Jahrgang 
80 (1977) / N.S. 31
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etwas abweichendes Beispiel bietet. Dem Kapitel Kärnten( 12.6) wurden auchdie deutschen Sprachinseln der Carnia( Italien) angeschlossen, während Tirol( 12.8) in die( österreichischen) Landesteile Nord- und Osttirol sowie in( das zuItalien gehörige) Südtirol aufgeteilt ist. Eigentlich hätte man bei letzterem auchdie Sprachinseln der Carnia anschließen können, was auch sachlich zutreffendergewesen wäre. Auf diese wären auch die Arbeiten von Maria Hornung( 9017, 9018, 9019) im Abschnitt Osttirol und vor allem deren ,, Pladener Wörter-buch" zu beziehen, während Th. Tiefenbachers ,, Schwaighöfe"( ebenda9020) zum Bezirk Hermagor gehören( 12.67). Im übrigen erfolgte die Aufnahmeder Titel, soweit sich das beurteilen läßt, mit großer Umsicht und Genauigkeitunter fortlaufender Zählung, so daß diese Spezialbibliographie bereits 10.557 ein-schlägige Titel erfaßt. Man wird also schon jetzt den Mut und die Ausdauer füreine derartig umfassende und meist wenig bedankte bibliographische Arbeitbewundern, deren praktischer Gebrauchswert namentlich nach Vorliegen derbereits angekündigten Aufschließungsregister wohl nicht nur der volkskund-lichen Hausforschung und Architektenschaft zugute kommen dürfte.

Oskar Moser, Graz

Gunnar Svahnström( Hrsg.), Häuser und Höfe der handeltrei-benden Bevölkerung im Ostseegebiet und im Nordenvor 1500. Beiträge zur Geschichte und Soziologie des Wohnens( ActaVisbyensia V- Visby- symposiet för historiska vetenskaper 1974). Visby-Museum Gotlands Fornsal( 1976). 231 Seiten, reich illustriert.

Die 16 Beiträge dieses aus dem Fünften Visby- Symposium 1974 hervor-gegangenen Sammelwerkes, davon allein sieben archäologische, befassen sichvorwiegend mit dem Hausbau und den Wohnverhältnissen der nichtbäuerlichenBevölkerung des Ostseeraumes im Mittelalter. Schon dies allein sichert demBuch seine besondere Bedeutung. Und dementsprechend treten auch Fragen derStadttopographie und der Bürgerhausforschung des Mittelalters in den Vorder-grund. Es gibt viele und wertvolle Bau- und Fundbeschreibungen; über dieWohnverhältnisse, Befeuerungs- und Heizeinrichtungen, Hausbauten des Mittel-alters in den verschiedenen Sozialschichten wird der Leser in vielfältiger Hin-sicht informiert.

So gibt Gunnar Svahnström( Visby) einen gehaltvollen Überblicküber Häuser und Höfe der handeltreibenden Bevölkerung auf Gotland wäh-rend des Mittelalters"( S. 9-28), wobei sowohl Landsiedlungen wie auch Bautenin der Stadt Visby vergleichend behandelt werden. Den Einfluß der sozialenStrukturen" auf die Wohngestaltung sucht Karol Górski( Torun) in den ver-schiedenen Regionen um die Ostsee herauszustellen( S. 29-34). Nützlich undinteressant sind auch die Hinweise auf verschiedene Wohnhaustypen der pom-merschen Stadtsiedlungen( Wollin, Stettin, Danzig) nach Grabungsfunden ausdem 9. bis 13. Jahrhundert von K. Slaski( Poznan)( S. 67-72). EbensolcheUnterlagen bieten für das norwegische ,, Kaupang in Skiringssal"( S. 73-88)Charlotte Blindheim und Roar L. Tollnes bzw. Egill Reimers für,, Einige mittelalterliche Hauskonstruktionen in Bergen"( S. 89–106).

Besonders hervorheben möchte man die neuartige und sehr anschaulicheEinführung, die Hans- Günther Griep( Goslar) in Die Entwicklung des Bür-gerhauses in Norddeutschland"( S. 127-140), Helmi Uprus( Tallinn/ Reval)zum Wohnhaus in Tallinn vor 1500"( S. 141-164) und ebenso Hans HenrikEngqvist( Kopenhagen) Über die Gestaltung und Disposition des Bürger-hauses in Dänemark um 1500( S. 173-190) geben. Und schließlich berichtet,wie immer mit erstaunlicher Sachbeherrschung, Kustaa Vilkuna( Helsinki),, Über mittelalterliche Sperrschlösser an Handelswegen im Baltikum und in Finn-

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