Auch die neueste von„ ha" bis„ Hobel" reichende Lieferung des„, Frank-furter Wörterbuches" ist wieder vorzüglich gelungen. Man merkt sicherlich dielange Sammelarbeit- an sich eigentlich schon 137 Jahre-, aber doch vorallem die ungemein gewissenhafte Bearbeitung Artikel für Artikel.
Es ist vom Standpunkt der Volkskunde wohl begreiflich, daß man bei die-ser Lieferung zunächst nach dem Artikel sucht, der das schon von Goetheerwähnte Fastnachtsheischeverschen„ Hawel hawel Hahne" bearbeitet. Tatsäch-lich findet es sich S. 1109 f. unter„, hawele lone" und bringt alle bisher bekann-ten Belege sowie knappste Hinweise auf Verbreitung und Deutung. Dadurchberuhigt wendet man sich anderen Artikeln zu und wird etwa unter Hase, hauen,Haus, Hand, Hinkel, Hintern wieder viel an Redensarten und Sprichwörtern fin-den. Unter„ heilen" sind auch die damit verbundenen Kinderreime mit auf-genommen. Und damit die Sachvolkskunde nicht zu kurz kommt, wird in dieserLieferung unter„ Hackbrett" nicht nur das Musikinstrument angeführt, sondernauch ein behelfsmäßiger Kinderschlitten, mit dem beispielsweise die Kinder ausdem Metzgerviertel ihren„ Samstagsberg" hinunterfuhren. Wir haben hier( ÖZV XXVII/ 76, 1973, S. 213 f.) Iris Barbara Graefe zu Wort kommen lassen,die über das gleiche Kindervergnügen mit den gleichen Schlittbrettern aus demBurgenland berichten konnte. Man sieht, was ein so gut gearbeitetes Mundart-wörterbuch eben alles bietet.Leopold Schmidt
Jahrbuch für Hausforschung, Band 26. Bericht über die Tagung in Regensburgvom 2. bis 5. September 1975, bearbeitet vom Vorstand des Arbeitskreisesfür Hausforschung, e. V. Münster/ Westfalen 1976. 381 Seiten und 11 Frei-handzeichnungen.
Beiträge zur Hausforschung(= BzHsf), im Auftrag des Arbeitskreises für Haus-forschung, herausgegeben von Joachim Hähnel. Band 1, 1975, DetmoldArbeitskreis für Hausforschung. 321 Seiten, illustriert.
Hauskundliche Bibliographie, Band 3. 1961-1970, Dritter Teil, bearbeitet vonJoachim Hänel( Beiträge zur Hausforschung[ BzHsf], Beiheft-Reihe Hauskundliche Bibliographie). Detmold- Arbeitskreis für Haus-forschung 1975, 247 Seiten.
Die schon seit 1950 zunächst in sehr bescheidener Aufmachung, aber mitbeachtlicher Regelmäßigkeit erscheinenden„ Berichte des Arbeitskreises für deut-sche Hausforschung e. V." sind längst zu einem unentbehrlichen Instrument derHausforschung in ganz Mitteleuropa geworden. Dieses schon deshalb, weil sieim Wechsel der auf den jeweiligen Jahrestagungen besuchten Städte und Regio-nen ein aktuelles Forum weitgespannter, innerfachlicher Fragen und Diskus-sionen darstellen, an denen erfreulicherweise und in zunehmendem Maße auchFachleute des Auslandes mit ihren Erfahrungsberichten zu Wort kommen undaktiv teilnehmen. Auf solche Weise ist über viele Jahre hin ein äußerst wert-voller und anregender Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen zustandegekommen, der in diesen Berichten mit ausgiebiger bildlicher Dokumentationniedergelegt erscheint.
Nach 25 Jahren führte dies, nicht zuletzt unter dem bestürzenden Eindruckder ökologischen und der Siedlungsprobleme in der modernen Industriegesell-schaft, zu einer Aufteilung des sprunghaft ansteigenden Publikationsstoffes indie drei oben angeführten neuen Veröffentlichungsreihen und zugleich zu gewis-sen redaktionellen Veränderungen. Die Hauptlast im Redaktionsstab scheint nunJoachim Hänel, Kommern/ Eifel, zu tragen, der vor allem für die beidenneuen Reihen der„ Beiträge zur Hausforschung" verantwortlich zeichnet.Zugleich wurde die bisherige Berichtsreihe auch in ihrem Titel auf ,, Jahrbuchfür Hausforschung" abgeändert. Alles das läßt wohl auf erweiterte Absichten
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