Jahrgang 
80 (1977) / N.S. 31
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A- cappella- Chor gegründet, eine für ihre Zeit ungemein bezeichnende Ver-einigung.

Schon die verwandtschaftlichen Beziehungen in Niederösterreich, vor allemim Marchfeld und im Weinviertel, haben Wagner auch mit dem Volkslied ver-traut gemacht. Der schöpferisch und organisatorisch gleich begabte Musiker kamaber auch schon früh mit der am Ende des 19. Jahrhunderts neu einsetzendenVolkslied- Sammelbewegung in Berührung, lernte vor allem Joseph Pommer ken-nen, wurde Mitarbeiter am Deutschen Volkslied" und sammelte freiwillig fürjenes Unternehmen, das heute als Österreichisches Volksliedwerk" die Tra-ditionen seiner Frühzeit neu belebt weiterzutragen bestrebt ist. Daß der Chor-musiker Wagner auch Volkslieder für seine Sänger setzte, ist fast selbstverständ-lich, und auf den Sängerfahrten dieses damals berühmten Chores wurden vieledieser Bearbeitungen oft gesungen. All das ist nunmehr in diesem Buch derWitwe von Wagner- Schönkirch ausführlich beschrieben und genau dokumentiert,so daß es sich dabei auch um ein Stück Volksliedforschungs- und Pflege-geschichte handelt.Leopold Schmidt

Der Leobener Strauß. Beiträge zur Geschichte, Kunstgeschichte und Volkskundeder Stadt und ihres Bezirkes. Bd. 4. 148 Seiten mit zahlreichen Abb.Leoben 1976, Kulturreferat der Stadtgemeinde Leoben.

Diese von Archivrat Dr. Günter Jontes herausgegebenen Beiträge"werden zu einer immer bedeutsameren Veröffentlichungsreihe. In diesem Bandfindet sich zunächst eine ausführliche Abhandlung der Emblemata- ForscherinGrete Lesky über Ein Salzburger Emblembuch der Stadt Leoben" mit57 Abbildungen. Dann gibt Ferdinand Tremel die Darstellung DasGewerbe in Leoben um die Mitte des 18. Jahrhunderts", was unter anderemden Anlaß zur Veröffentlichung der vorzüglichen Leobener Zunftaltertümer bie-tet. Auch der bemerkenswerte Grabstein des Lederermeisters BartholomäusSteiner( 1780) findet sich hier abgebildet mit der Inschrift:

Hier unter diesem harten SteinHerr Bartholomäus Steiner ruhet.Es mag Stahl oder Eißen seyn,Der Tod gar nichts verschonen thuet.Ein Lederermeister auf der Erd,Ein frommer Burger auch zugleich,Gott gebe weil er ihme werth,

Das Burgerrecht im Himmelreich.

Auch der schöne Zunftpokal der Leobener Lederer von 1765 ist hier abgebildet,dessen figurale Bekrönung die Darstellung des nackten Lederers im Bottich ist,wie wir sie ähnlich von so manchen Lederer- Zunftaltertümern kennen.

Günter Jontes hat schließlich über Leobener Beziehungen zum Salz-wesen der Alpenländer" gehandelt, was auch zur Erörterung der Salzplätten aufder Mur führt, von denen sich ein Modell im Museum der Stadt Leoben befindet.Leopold Schmidt

Anton Anderluh, Kärntens Volksliedschatz. Register band,bearbeitet von Walter Deutsch(= Buchreihe des Landesmuseums für Kärn-ten, Bd. XXXVI). Klagenfurt 1976. Selbstverlag des Landesmuseums fürKärnten. 180 Seiten. S 390.-.

Die zwölf Bände der Sammlung Anderluh, in hochverdienstvoller Weisedurch Franz Koschier der Veröffentlichung zugeführt, stellen eine gewal-tige Sammlung von rund 2550 Liedtexten und rund 2880 Melodien dar. EinÜberblick hat sich nicht ganz leicht gewinnen lassen, und so bedeutet das

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