Berg, Perge und pergen, Besen( reich mit Redensarten), beten, Peter, Bett, nichtzuletzt Peunt durchzulesen, man wird die Einarbeitung der vielen verstreutenBeiträge zu den einzelnen Artikeln bewundern. Nicht zu übersehen sind dieschönen Karten, welche dieser Lieferung beigegeben wurden, nämlich die Syn-onyma für Erdbeere und für Heidelbeere.
So sehr man dem Wörterbuch ein rasches Fortschreiten wünschen mag,hoffentlich wird die Redaktion nicht bedrängt, noch schneller und womöglichknapper zu arbeiten. Die Artikel müssen alles umfassen, was die großartigeBelegsammlung bietet, und sollen es womöglich auch immer verständlich, lesbarbieten, wie dies bisher auch der Fall war.Leopold Schmidt
Hans Hollerweger, Die Reform des Gottesdienstes zur Zeitdes Josephinismus(= Studien zur Pastoralliturgie, Band 1, hrsg.von Bruno Kleinheyer und Hans Bernhard Meyer). Verlag Friedrich Pustet,Regensburg 1976. ISBN 3-7917-0468-0( Gesamtreihe). 573 Seiten.
Die Implikation des Titels wird mit enorm reichhaltigem Dokumenten-material bei einem Gesamtumfang des Werkes von 573 Seiten mehr als erfüllt.Allein das Verzeichnis der benützten Archive- es sind 21 läßt ahnen, mitwelcher Akribie die Studien betrieben wurden. Jeder, der mit Arbeiten inArchiven je zu tun hatte, weiß um die Mühe, die im Erforschen und Ausarbeitender Dokumente begründet ist. Wie tief Hollerweger in die Josephinismus- For-schung gegangen ist, zeigt schon die Auswahl der Archive: Brixen, Graz, Klagen-furt, Linz, Laibach, Marburg( für Lavant), Passau, Salzburg, St. Pölten undWien somit also die geistlichen, aber auch weltlichen Zentren der ehemaligenösterreichischen Monarchie- wurden von ihm durchforscht. Aber noch nichtgenug damit: Auch das Vatikanische Archiv( Archivio Segreto Vaticano,Nunziatura di Vienna) sowie die Landesarchive der heutigen österreichischenBundesländer und die wesentlichen Staatsarchive Wiens wurden auf entspre-chende Belege durchforstet. Das übrige Quellen- und Literaturverzeichnis umfaßtnicht weniger als sieben Seiten im Kleindruck(!); und um es gleich vorweg-zunehmen: Das Register am Schluß des Werkes weist mehr als 630 Stichworteauf elf Seiten auf. Weiters ergänzen ein Anhang mit elf Dokumenten zur Gottes-dienstordnung sowie eine Klapptafel die Aussagekraft dieses- im Hinblick aufden Titel Standardwerkes. Angewandt wurde im wesentlichen die empirisch-analytische Untersuchungsmethode mit überwiegend idiographischer Ausrichtung,jedoch auch zahlreichen nomothetischen Abschnitten. Allein in bezug auf dieHermeneutik Josephs II.- dies ist allerdings nicht wesentlicher Bestandteil derArbeitshypothese gewesen ist vieles ungesagt geblieben. Auch erscheint dieAuslegung des Charakters Josephs II.( S. 471) doch zu einseitig. Auf Grundallein einer Verordnung, der Begräbnisverordnung nämlich, von„ erschreckendenZügen" im Charakter des Kaisers zu sprechen, scheint nicht ganz gerechtfertigtzu sein; insbesondere wenn man bedenkt, daß Joseph diese Verordnung sofortzurücknahm, als er den Widerstand im Volk spürte. Es dürfte vielmehr seinerganzen Lebenseinstellung und-haltung entsprochen haben, äußerst sparsam zusein. Sicherlich wurde er auch durch die vielen persönlichen Schicksalsschlägenoch härter und dadurch in seinen Reformen rigoroser als notwendig und kluggewesen wäre.
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Überhaupt muß gesagt werden, daß sich die Arbeit auf den ,, klassischen"Darstellungszeitraum des Josephinismus beschränkt, also beginnend mit demRegierungsantritt Maria Theresias 1740 bis 1850. Wenn auch sicherlich dieserZeitraum wieder in bezug auf die Arbeitshypothese dem Thema vollauf gerechtwird, denn die Herrscher früherer Zeiten haben nicht in die Gottesdienstord-nung eingegriffen, so wäre es aus Gründen der Aktualität doch zu begrüßen
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