usw. sind dem so hervorragend wichtigen Neudruck der alten Topographie- Bilderdes Erzherzogtums Österreich unter der Enns beigegeben.
Leopold Kretzenbacher
Oskar Moser, Das Pfettenstuhldach. Eine Dachbauweise im Öst--lichen alpinen Übergangsbereich( Veröffentlichungen des österreichischenMuseums für Volkskunde. Bd. XVII), Wien 1976. 60 Seiten und 21 Abb.S 90,-
Der Verfasser, dem wir die 1974 erschienene grundlegende Untersuchungüber„ Das Bauernhaus und seine landschaftliche und historische Entwicklung inKärnten" verdanken, greift hier ein hauskundlich besonders wichtiges Einzel-thema auf, die Untersuchung alpiner Dachgerüste, unter denen die Pfetten-dächer besonders häufig erscheinen. Der Verfasser unterscheidet hierbei vierGruppen: I. Blockpfettendächer; II. Mauerpfettendächer; III. Ständerpfetten-dächer und IV. Pfettenstuhldächer. Die vierte Gruppe steht im Mittelpunkt derUntersuchungen, wobei andere konstruktive Lösungen nicht außer acht gelassenwerden. Das Baugefüge des Pfettenstuhls stellt( S. 43) eine sprengwerkartigeTragkonstruktion dar, die als selbständiges Zweiständergerüst in ihrer Kopfzoneein in sich fest verzimmertes Kranzgesims aufweist und in den oft als Kniestockerweiterten Dachraum hineingestellt ist. Die Untersuchung, die wesentlich zurKlärung bisher nur oberflächlich beschriebener Gerüste beiträgt, kann in jederBeziehung als vorbildlich gelten. Sie zieht nicht zuletzt daraus Nutzen, daß derVerfasser, wie so viele Hausforscher, heute in der Lage ist, beim Abbruch undWiederaufbau historischer Bauernhäuser für die Anlage von Freilichtmuseenmitzuwirken oder zumindestens zugegen zu sein. Dieses Versetzen bzw. Über-tragen altartiger Holzbauten gibt erst die Möglichkeit, letzte Einsicht in die ein-stigen Arbeitsvorgänge zu gewinnen und damit auch die Gerüstkonstruktionenrichtig zu verstehen. Hinzu kommt noch, daß der Verfasser in der Lage ist,seine Beobachtungen in vorbildlichen Zeichnungen darzustellen. Auch dieBefragung alter Zimmerleute liefert in Österreich offensichtlich noch reichesWort- und sachkundliches Material. Auf diesem mühevollen Weg( S. 51) unmit-telbarer, exakter und schrittweise vorgehender Grundlagenerhebung und gefüge-kundlicher Untersuchung sind unsere Kenntnisse nunmehr wesentlich vertieftworden. Vielleicht wird man in einigen Gegenden auch Kirchendachstühle mitin die Untersuchungen einbeziehen können, denn sie sind vielfach von den glei-chen Meistern geschaffen. In Bayern gibt es gelegentlich aus romanischer undgotischer Zeit aufschlußreiche Parallelen. Aus dem Abbildungsteil seien dieTafeln bzw. Abb. 6 und 9 besonders hervorgehoben. Hier werden in einpräg-samer Form die drei wichtigsten alpinen Pfettenstuhldächer- Typen gegenüber-gestellt und die verschiedenen Arten des Rofenauflagers am Dachfuß, also aneinem besonders kritischen Punkt, veranschaulicht. Der Verfasser ordnet nichtnur konstruktive Zustände, sondern arbeitet auch Formbewegungen heraus, beidenen der Begriff der„ Aufsteilung" besonders markant ist und zum Verständnisbaugeschichtlicher Vorgänge beitragen kann. Er konnte das Pfettenstuhldachdabei als einen( S. 50) spezifischen historischen Dachgerüsttyp in seiner Bedeu-tung und hauskundlichen Zwischenstellung genauer erfassen. Es sei zusammen-fassend festgestellt, daß hier wieder einmal ein Instrument geschaffen wurde,mit dem viele in Zukunft dankbar arbeiten werden. Torsten Gebhard
Gertrud Benker, Altes bäuerliches Holzgerät. Großformat 312 Sei-ten, mit 443 einfarbigen und 14 vierfarbigen Abb. München 1976, VerlagGeorg D. W. Callwey. DM 78,—.
Der große, reich illustrierte Band ist jenem Gerät gewidmet, das seit etwaeinem Jahrhundert in den verschiedenen Museen mit volkskundlicher Zielsetzung
60