Vom Österreichischen Fachverband für VolkskundeFachverbandsvorsitzender
Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg
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Am 27. November 1976 fand in Salzburg eine außerordentliche General-versammlung des„, Österreichischen Fachverbandes für Volkskunde" statt. Haupt-punkt der Tagesordnung war die Neuwahl des gesamten Vorstandes des Fach-verbandes.
Die Wahl ergab folgenden neuen Vorstand:
Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg, Vorstand des Institutes für Volkskunde( Euro-päische Ethnologie) an der Universität Innsbruck und Gründer des Fach-verbandes im Jahre 1958, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Prof. Ilg hatte denVorsitz bereits früher einmal durch 10 Jahre hindurch innegehabt. Zum Vor-sitzenden- Stellvertreter wurde der scheidende Vorsitzende, Univ.- Prof. Dr. OskarMoser, Vorstand des Institutes für Volkskunde an der Universität Graz, bestellt.Der weitere neugewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Frau Prof.Dr. Martha Sammer( Klosterneuburg) und Herr Dr. Franz Grieshofer( Wien)als Beiräte, Vertr. Ass. Dr. Peter Stürz( Innsbruck) als Schriftführer, Dr. RotrautSutter( Innsbruck) als Kassier, Oberschulrat Helmut Prasch( Spittal) undDr. Volker Hänsel( Trautenfels) als Kassaprüfer.
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In einer kurzen programmatischen Rede stellte der neugewählte Vor-sitzende, Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg, die wichtigsten Anliegen und Aufgaben vor,die er im Rahmen des„ Österreichischen Fachverbandes für Volkskunde" voran-treiben und betreuen will. Sein Programm ist vor allem auf die Zukunft desFaches„ Volkskunde Europäische Ethnologie" ausgerichtet. Bei aller Plurali-tät innerhalb der Fachschaft soll in den Grundzügen keine Konfrontierung,sondern eine möglichste Zusammenarbeit gepflegt werden. Die„ AngewandteVolkskunde" soll in der Lehre und in der Ausbildung mehr als bisher in denVordergrund gerückt werden. In erster Linie geht es dem neuen Vorsitzendenvor allem auch um die weitere Schaffung von Berufsmöglichkeiten für Absol-venten des Faches" Volkskunde", um die stärkere Verflechtung und Integrierungdes Faches mit der Öffentlichkeit. Prof. Ilg nennt für die berufliche Ausbildungdie Bereiche Medienwesen, Museumswesen, Erwachsenenbildung, Fremden-verkehr, Denkmalpflege, vor allem aber den Schulbereich. So steht der Fach-verband z. Z. in intensiven Verhandlungen mit dem Unterrichtsministerium, umdas Fach, Volkskunde” in die Lehrpläne der Pädagogischen Akademien auf-zunehmen und so in Zukunft Lehrstellen für Volkskundler zu schaffen. EinHauptanliegen des Fachverbandes wird es also sein, die Volkskunde gegenwarts-bezogen auf praxisnahe Gebiete zu lenken und so verstärkt die Aufgabenwahrzunehmen, die dem Volkskundler etwa auf den oben erwähnten Gebietenin Zukunft erwachsen werden.
Der Vorsitzende strebt mit allem Nachdruck ebenfalls eine enge Zusam-menarbeit mit dem„ Verein für Volkskunde"( Wien) an, sowohl bei der Ver-anstaltung von Tagungen, wie auch im Veröffentlichungsbereich. Der„ Vereinfür Volkskunde" ist die ältere große Vereinigung von Volkskundlern und volks-kundlich Interessierter in Österreich. Eine Spaltung würde nur dem Ansehendes Faches Volkskunde" schaden. Bezüglich der Zusammenarbeit des„ Fach-verbandes für Volkskunde" mit dem„ Verein für Volkskunde" stellte HofratDr. Kurt Conrad( Salzburg) folgenden Antrag, der bei der außerordentlichenGeneralversammlung in Salzburg mit großer Mehrheit zum Beschluß erhobenwurde:„ Im Interesse der Einheit und Geschlossenheit des Faches, Volkskunde'in Österreich wird der Vorstand des Fachverbandes beauftragt, alle Möglich-keiten zur Herbeiführung einer engen Zusammenarbeit mit dem Verein fürVolkskunde' zu prüfen."
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