Jahrgang 
80 (1977) / N.S. 31
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Zum achtzigsten Jahrgang

1894 ist diese Zeitschrift gegründet worden. Sie hätte also imJahr 1977 ihren 83. Jahrgang erreichen können, aber die beiden Welt-kriege unseres Jahrhunderts und ihre Folgen für Österreich haben dasnicht erlaubt. Die 1894 gegründete Zeitschrift für österreichischeVolkskunde" schloß 1918 mit ihrem 24. Jahrgang und versuchte still-schweigend 1919 im gleichen Format und in gleicher Ausstattung als,, Wiener Zeitschrift für Volkskunde" weiterzuleben. Was das Ende desErsten Weltkrieges noch zu erlauben schien, vereitelte die Inflation.Die Zeitschrift mußte 1922 für ein Jahr eingestellt werden und erschienin kleinerem Format 1923 wieder mit einem schwachen 28. Jahrgang,der aber immerhin vom Lebenswillen dieses Organes der Volkskundeim Lande Zeugnis ablegte. In diesem kleineren Format hat die Zeit-schrift unter dem neuen Titel als zweite Serie bis 1944 weitergelebt.Damals, knapp vor Kriegsende, 1944, war ihr schmaler 49. Jahrgangerschienen. Das Ende des Zweiten Weltkrieges war auch das Ende derzweiten Serie. Als sich die Volkskunde im Lande wieder zu organisie-ren begann, war der Tag der Auferstehung auch für ihr Zentralorgangekommen. Aber es dauerte immerhin bis 1947, bis wir den erstenBand der nunmehrigen Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde"vorlegen konnten. Von diesem ersten Band der neuen Serie bis zum 30.hat sich die Entwicklung, ganz entsprechend der politischen Nach-kriegsentfaltung, ruhig und konsequent gestaltet. Der 30. Band derneuen Serie war der 79. der Gesamtserie, so daß wir mit ihrem 31.eben den 80. unserer Gesamtserie im Jahr 1977 beginnen können.

Da hat es denn die erste Serie auf 24, die zweite trotz vielerSchwierigkeiten auf 25 und die dritte schließlich bis jetzt auf 30 Jahr-gänge bringen können. Von diesen letzten dreißig Bänden ist zu bezeu-gen, daß es auch nicht immer leicht war, sie jeweils ordnungsgemäßvorzulegen. Aber die Zeitschrift ist mit dem erneuerten Verein fürVolkskunde gewachsen. War bei der zweiten Serie ihr Bezieherstandschon recht bedenklich gesunken gewesen, so erholte er sich nunmehrallmählich wieder, und wenn wir jetzt Jahr für Jahr 1000 Exemplareauflegen können, so ist das für eine wissenschaftliche Zeitschrift in die-ser Zeit und in unserem Land doch ganz ansehnlich.

Wir sind bei unseren Bemühungen nie ganz ohne öffentlicheUnterstützung geblieben. In verschiedenen Formen hat der Staat eine

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