Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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Bemerkungen zum Osterbaum

Von Helmut Eberhart

Franz Grieshofer nimmt sich in der ÖZV in dankenswerter Weiseeines Themas an, dem- sowohl auf Grund seines fehlenden Altersbisher praktisch keine Beachtung geschenkt wurde. Der Autor wirft dieFrage auf, woher der Brauch kommt, zu Ostern mit bunten und ausge-blasenen Eiern geschmückte Zweige aufzustellen und fragt zugleichnach dem Alter dieses Brauches¹).

Ich konnte mich im Rahmen meiner Dissertation u. a. auch mitdiesem Thema beschäftigen und dabei einige, vielleicht ganz inter-essante Feststellungen treffen²). Auf die Frage nach dem ersten Auf-treten des Osterbaumes an den Grazer Volksschulen konnten sich dieGewährspersonen zwar nicht exakt festlegen, jedoch kristallisierte sichdie Mitte der sechziger Jahre als wahrscheinlichster Zeitraum heraus³).Als Ursprungsland wurde allgemein auf Deutschland verwiesen. Tat-sächlich dürften deutsche Zeitschriften zumindest zur Verbreitung desOsterbaumes beigetragen haben. So wurde z. B. mehrfach in der Zeit-schrift ,, Burdamoden für das Aufstellen eines Osterbaumes in denWohnungen geworben; man brachte sogar diesbezügliche Bastelanlei-tungen).

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Über die tatsächliche Herkunft und Verbreitung wird manallerdings erst nach umfangreichen Untersuchungen- die bis dato nochausstehengenaueres sagen können. Man wird wohl auch an eineHerleitung vom Palmbuschen der u. a. auch mit Eiern verziert wird.denken müssen, wenngleich nur der äußeren Form und nicht demSinngehalt nach.

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Zur äußeren Erscheinungsform des Osterbaumes sei noch ergänzt,daß sich diese nicht mehr nur auf das ursprüngliche Aussehen be-schränkt( d. h. bemalte, ausgeblasene Eier auf Weidenzweigen). Ich

1) Franz Grieshofer, Seit wann gibt es den Osterstrauß(-baum)?,( ÖZVXXXIII/ 81, 1978, S. 43-46).

2) Helmut Eberhart, Schulbräuche- Eine volkskundliche Untersuchung dertraditionellen Elemente an den Volksschulen der Stadt Graz, ungedr. Dissertation amInst. f. Vk. der Universität Graz, Graz 1976, S. 129f.

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³) Als Gewährspersonen fungierten Lehrer an den Grazer Volksschulen.4) Burdamoden, Heft 3( März 1972) und Heft 4( April 1974).