Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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Maria Kundegraber, Stainzer Haus und Hof. 2. Ausstellung anläßlichdes 800jährigen Bestehens von Stainz(= Steirisches Bauernmuseum, Kata-log Nr. 4). 44 Seiten, 12 Abb. auf Tafeln. Schloß Stainz, Steiermark, 1978.Die Außenstelle Stainz" des Steirischen Volkskundemuseums hat sichunter der zielbewußten Führung durch Maria Kundegraber rasch zu einem vor-züglichen Institut sui generis entwickelt. Es ist das Volkskundemuseum seinerLandschaft, der Weststeiermark, aber von einer weit überschauenden Kenntnisder ganzen Volkskunde und einer bewußten museologischen Gestaltung getra-gen. Die nunmehrige Ausstellung, dem bäuerlichen Haus und Hof in Stainzselbst gewidmet, folgt gewiß den Spuren von Geramb und Koren als Haus- undGeräteforschern, bringt aber auch den Gewinn neuerer Arbeiten, beispielsweiseder leider unveröffentlichten Dissertation von Friedrich Waidacher über dieGefäßhafnerei in Steiermark von 1963 ein. Das alles zusammen ergibt also denmusealen Überblick über die Gebiete Siedlung, Haus und Wirtschaftsgebäude( mit 11 Objekten), über die Möbel der Weststeiermark( mit 23 Objekten), überHerd- und Ofengerät( mit 10 Objekten), über Koch- und Tischgeschirr( mit 90 Ob-jekten), über das bäuerliche Arbeitsgerät( mit 52 Okjekten), und mit dem An-hang über Gerät und Möbel in der Daueraufstellung des Museums. MancheStücke, etwa die geschnitzten und bemalten Trame und Decken, sind in der stei-rischen Volkskunstforschung bisher noch kaum gewürdigt worden. Aber auchdie offenbar beliebte Brandmalerei ließe sich gewiß noch weiter verfolgen. Daßsich auf dem Gebiet der Hafnerei immer wieder bemerkenswerte Funde er-geben, zeigt der figural verzierte Dachziegel( Nr. 7) wie das schwach reliefierteHafnermeisterzeichen in Gestalt eines Fuchses( Nr. 51, 52, 53), das sich wohlauf den Namen des Hafners bezieht. Der kleine Katalog bezeugt also wieder denschönen Fortschritt dieses ganz besonderen Museums in Stainz.

Leopold Schmidt

Ilse Koschier, Weihnachtskrippen in Kärnten(= Kärntner Mu-seumsschriften, Bd. 63). 252 Seiten, 54 Abb. auf Tafeln, 1 Karte. Klagen-furt 1978. Verlag des Landesmuseums für Kärnten. S 420,,

Kärnten, das an Schätzen volkstümlicher Kunst so reiche Land, ist alsKrippenlandschaft kaum bekannt. Es hat die längste Zeit hindurch überhauptkeine Veröffentlichungen darüber gegeben, vermutlich infolge eines gewissenVorwaltens der Vorliebe für die weltliche musische Volkskunst des Landesgegenüber der geistlichen. Die Arbeit von Oskar Moser Krippenkunst inKärnten" von 1966( in dem von Nikolaus Grass herausgegebenen SammelbandWeihnachtskrippen in Österreich") kann dementsprechend als bahnbrechendangesprochen werden. Und auch die vorliegende Dissertation geht ja auf dieAnregung von Oskar Moser zurück.

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Aus dieser Dissertation von 1971 ist ein stattliches Buch geworden, das mitbedachtem Fleiß das Thema vollständig aufbereitet. Den Hauptteil des Buchesstellt der Krippenkatalog des Landes Kärnten dar, mit 353 Nummern( wozu dieKarte gehört), und der das gesamte Material, ob nun aus erhaltenen Krippenoder aus archivalischen Nachrichten darüber bestehend, genau und gut benütz-bar verzeichnet. Auch die Ergebnisse einer 1966/67 durchgeführten Fragebogen-aktion sind hier eingearbeitet.

Der Textteil des Buches behandelt zunächst die allgemeine Entwicklungder Krippengeschichte, im wesentlichen nach Rudolf Berliner, und mit einerguten Aufgliederung, welche die Bedeutung der Parallelerscheinungen, also etwader, Heiligen Gräber" entsprechend zur Geltung bringt. Das Kapitel Beson-deres" behandelt dann die Geschichte der Weihnachtskrippe in Kärnten, soweit

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