Gelingt der anschauliche Querschnitt vom Klang zum Lärm, dann wirdbei der Betrachtung der Instrumente, Werkzeuge und Geräte die Musik etwasErhebendes und die Volksmusik sogar etwas Beglückendes.
Die über den Sommer 1978 laufende Sonderschau im Parkschlößl zu Spittalzeigt mehr als 300 Instrumente aus aller Welt und darüber hinaus die Entwick-lungsreihen vom Edison- Phonograph bis zum Volksempfänger und Tonband,Drehleiern, Hackbretter, Harfen, Wurz- und Alphorn, Naturhörner, Flöten, Zupf-und Streichinstrumente, aber auch eine Vielzahl von Gefäßpfeifen aus demSüdosten.
Damit hat das Spittaler Museum wiederum in Kärnten auf ein Kultursach-gebiet hingewiesen, das sich nicht nur durch seinen vornehmen Katalog, son-dern durch seine Vielfalt sehen lassen kann, denn in Kärnten wird nicht nurviel gesungen, sondern auch gerne musiziert.Helmut Prasch
Universitätsprofessor Dr. Oskar Moser, Graz, Korrespondierendes Mitglied derVolkskundlichen Kommission für Westfalen
Die Volkskundliche Kommission für Westfalen hat den Grazer Ordina-rius für Volkskunde und Vorstand des Institutes für Volkskunde, Prof. Dr. OskarMoser, in ihrer Sitzung vom 16. Mai 1978„ in Würdigung seiner herausragen-den Verdienste um die historische Sachforschung zum Korrespondierenden Mit-glied gewählt".
Gyula Ortutay+
Nach langer Krankheit ist Gyula Ortutay, Professor für Volkskunde ander Universität Budapest am 22. März 1978 im Alter von achtundsechzig Jah-ren gestorben.
Ortutay wurde am 24. März 1910 geboren. Er studierte an der Universitätvon Szeged, wo er 1935 den Doktorgrad erwarb. Seine Dissertation befaßte sichmit dem Verhältnis der ungarischen Literatur zur Volkskunde, ein Thema, daser auch später immer weiter verfolgt hat. So erschien 1951 seine Studie überLajos Kossuth in der ungarischen Volksüberlieferung( Tanulmanyok, 1951, S. 263bis 307). Von 1940 an betrieb Ortutay volkskundliche Forschungen an der Uni-versität von Szeged, vor allem auf dem Gebiet der Volkserzählung. Seinsammlerisches Hauptwerk auf diesem Gebiet legte er 1955 mit dem dreibändigenWerk ,, Magyar Népkölteszet"( Ungarische Volksdichtung) vor. Seit 1946 warer Professor für Ethnographie an der Eötvös Loránd Universität in Budapest,deren Ethnographisches Institut er bis zu seinem Tode leitete. Zwischen 1957und 1963 war Ortutay zweimal Rektor seiner Universität. Gleichzeitig wurdeOrtutay Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und leitetederen Ethnographisches Institut als Direktor. Die ungarische Volkskunde hatschon rein organisatorisch Ortutay viel zu verdanken. Sie ist ihm aber sicher-lich auch dafür zu Dank verpflichtet, daß er ihr internationale Verbindungenauf hoher Ebene schuf. Er vertrat sie auf so manchem Kongreß, und hat seiner-seits wichtige Kongresse wie den„ Congressus quartus internationalis Fennou-gristarum" in Budapest 1975 organisiert und geleitet.
Wissenschaftlich ist Ortutay von der Volkserzählforschung ausgegangenund hat viel für sie getan. Auch das ist international anerkannt worden, bei-spielsweise durch die Mitherausgeberschaft der„ Fabula" als wirklich inter-nationaler Zeitschrift für Erzählforschung. Zur besseren Kenntnis der ungarischenForschung auf diesem Gebiet hat Ortutay nicht zuletzt dadurch beigetragen, daßer manche seiner Arbeiten auch in deutschen Sprache erscheinen ließ. So sind1957 seine„, Ungarischen Volksmärchen"( Verdeutscht von Mirza Schüchting und
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