Keramik- und Kachelreste des späten Mittel-alters und der frühen Neuzeit aus Kitzbühel-Hinterstadt 14, Tirol
Von Richard Pittioni
1. Fundort und Fundgeschichte
Die nachstehend behandelten Keramik- und Kachelreste hat HerrDipl.- Ing. H. Kristian Rief seit 1970 anläßlich der von ihm selbstbesorgten Entfernung einer 15 cm starken Schuttdecke und damit be-wirkten Reinigung seines Dachbodens im Haus Hinterstadt Nr. 14 inKitzbühel geborgen. Sie lagen in dem Beschüttungsmaterial, wohin sieseinerzeit zweifellos absichtlich verbracht worden sind. Über Ver-mittlung von Herrn cand. phil. Manfred Rupert( Kitzbühel) hat mirHerr Dipl.- Ing. H. K. Rief am 10. 1. 1977 dieses Fundmaterial füreine Bearbeitung und Veröffentlichung freundlichst zur Verfügung ge-stellt. Ich darf ihm auch an dieser Stelle dafür aufrichtig danken. Übermein Ersuchen vom 3. 8. 1977 hat die Stadt Kitzbühel am 27. 10. 1977einen entsprechenden Betrag für die Anfertigung der Objekt- Zeich-nungen genehmigt, wofür ich sowohl dem Stadtrat wie auch beson-ders dem Herrn Bürgermeister LA Hans Brettauer zu herzlichemDanke verpflichtet bin. Die Vorlagen zu den Abb. 2-7 hat wiederHerr L. Leitner angefertigt, den Plan zu Abb. 1 verdanke ich der Ver-mittlung von Herrn M. Rupert.
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Über den Fundort Hinterstadt 14( Abb. 1) berichtet J. Felmayer ¹),daß ,, das Haus... von 1559 bis 1872 ein Wirtshaus" war.„, 1559 und1585 wird der Wirt Augustin Pergleithner genannt, 1597 Andree Perg-leithner, der 1624/25 Bürgermeister war, 1626 dessen Erben, 1644besaß das Haus der Wirt Leonhardt Seereither, 1649 Wolfgang Lindt-ner, der 1552 Bürgermeister war".- ,, Das dreigeschossige Haus bil-det den nördlichen Abschluß der Westflanke der Hinterstadt. Es hateinen ganz unregelmäßig fünfeckigen Grundriß, der sich durch denin der Nordwestecke dem Bauverband eingegliederten Turm ergibt,und ist heute mit diesem und dem Haus No. 16 gemeinsam verdacht,
1) J. Felmayer, Die profane Baugeschichte der Stadt Kitzbühel, in:Stadtbuch Kitzbühel III, 1970, 71 ff.
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