Bauer) jetzt als Nr. 3 zu bringen, und umgekehrt Nr. 7( Die uralten Waldmandle)jetzt als Nr. 1. Die unerforschliche Ordnung der ganzen Sammlung ist beibehal-ten worden. Haiding schreibt in seinem kurzen Vorwort zu dieser Taschenbuch-ausgabe darüber:„ Mit Rücksicht auf den allgemeinen Leserkreis sind die Ge-schichten nicht nach Typen geordnet". Wie gesagt, im Interesse einer vergrößer-ten Leserschaft, die eher zu einem Taschenbuch als zu einem stärkeren gebun-denen Band greift, soll diese Ausgabe jedenfalls begrüßt werden.
Leopold Schmidt
Georg Matthaeus Vischer, Topographia Austriae Superioris mo-dernae 1674. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von AntonLeopold Schuller. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1977.Groß- Oktav, 226 Blatt, Porträt, Biographie, Register usw. 39 Seiten. Lei-nenband.
Nun liegt also zu den drei schon bibliophil vorgelegten Topographie- Bän-den der historischen Schlösser- und Siedlungsbilder von Georg Matthaeus Vischer( 1628-1696), wie sie der so sehr erfolgreich tätige und technisch überragendleistungsfähige Verlag in Graz in zwei stattlichen Bänden für die Steiermark( Topographia ducatus Stiriae 1681) und in einem für Niederösterreich Topo-graphia archiducatus Austriae Inferioris modernae 1672) 1975 und in sofortnotwendigen Nachdrucken hatte herausbringen können( Vgl. Österr. Zs. f. Volks-kunde XXX/ 1976, 83-85; XXXI/ 1977, 59-60) ein ebenso geschmackvoll prä-sentierter für Oberösterreich aus dem Jahre 1674 vor. Auch damit soll G. M.Vischer's Lebensleistung noch nicht als abgeschlossen erscheinen. Will doch derverdienstvolle Herausgeber Anton Leopold Schuller von der SteiermärkischenLandesbibliothek am Joanneum über diese drei in sich geschlossenen topo-graphischen Werke hinaus, denen im gleichen Verlag ja auch die Steiermark-Karte von 1678 gefolgt war( Ausgabe von Walter Neunteufl,„ Styria DucatusFertilissimi Nova Geographica Descriptio", Graz 1976, 19 Seiten Kommentar)gefolgt ist, über die von A. L. Schuller hier beigefügte Landeskarte von Ober-österreich 1669 aus der Kartensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek( z. T. nach der Ausgabe von 1762 ergänzt) auch die weit geflatterten Blätter desgroßen, in seinem Leben nicht sehr glücklichen Geographen Vischer aus anderenRäumen sammeln und in einem Schlußbande heraus bringen.
Hier aber freut sich der Volkskundler bei allem Überwiegen historisch-geographischen Baubestand- Dokumentierens im Lande ob der Enns ums Jahr1674 mit 226 Stichen auch wiederum wie in den Steiermark- und Niederöster-reich- Bänden der vielen Einzelheiten wie der dankenswert beigegebenen Orts-,Gegend und Gewässernamen in historischer und gegenwärtiger Lautung samtden entsprechenden Konkordanzen. Die„ Einzelheiten" aber sind es, die manja selten auf Bildquellen, vor allem topographisch fixiert nachweisen kann. Manmuß es aus dem Vergleich mit solchen Bildern wie St. Florian( Nr. 154) er-sehen, wie unglaublich weit die Barockisierung den Baukörper dort und an sovielen Klöstern, Burgen, Schlössern, Meierhöfen usw. verändert hat. Das betrifftdie erstaunliche Fülle von Wasserschlössern in Oberösterreich( z. B. Nrn. 45, 48,73, 204, 208, 213, 225), die ausgeprägt als„ Heckenlandschaft" betonte Flur( 28, 211, 224), die Betonung der Ziergärten wie der Gemüsezuchtbeete( 82, 205,216, 140, 125, 140, 193, 222, 226). Wellrad- und Ziehstangenbrunnen in denHöfen( 19, 45). Taubenkogel auch hier( 11, 32, 184) wie auf den entsprechendenSteiermark- und Niederösterreich- Stichen. Schiffs- und Bootsdarstellungen( 29,49, 209, 210, 211, 213), eine Schiffsmühle( 49), Fischerei( 51, 190, 214), eine„ Be-schlagbrücke( 170). Was m. E. sehr selten ist( aber gut zu den Requisiten in der
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