Der wissenschaftliche Teil der Veranstaltungen wurde von griechischenHistorikern und Philologen, von den italienischen Neogräzisten Prof. VicenzoRotolo( Palermo), Prof. Mario Vitti( Palermo), Dr. Renata Lavagnini( Palermo)und von österreichischer Seite vom Unterzeichneten bestritten. Die Kongreẞ-sprache war in diesem Falle ausschließlich das Griechische. Prof. Nik. Panajota-kis( Mediävistik, Ioannina) gab in einem breit angelegten Übersichtsreferat überdie handschriftliche Tradition der Werke des Kretischen Theaters auf Heptanesosein abgerundetes Bild der kulturellen und künstlerischen Aktivität der kretischenGesellschaft der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Prof. Mario Vitti zeichnetean Hand von konkreten Beispielen den Einfluß des italienischen Theaters des17. Jahrhunderts auf das Theaterleben von Heptanesos nach. Der Unterzeich-nete griff in seinem Referat theaterhistorisch relevante Fragestellungen desTheaterlebens auf Kreta und Heptanesos von 1550 bis 1750 heraus. A. Papa-joannu sprach über den Autor des ,, Chasis", Dimitris Guzelis, A. Charta überden ideologischen und sozialen Gehalt des Dramas„ Basilikum" von P. Matesis( 1830). Eine eigene Gesprächsrunde war den„, Homilien" gewidmet: S. Antiochos,D. Jakumelis und Sp. Kavadias berichteten über noch unveröffentlichte Stücke,N. Kefallinos über die Spieltradition der„ giostra" im Dorf Skulikado. DasReferat von Prof. Meraklis( Volkskunde, Joannina) über die Herkunftsproblemeder„, Homilien" wurde wegen Abwesenheit desselben bloß verlesen.
Die Abschlußsitzung stand im Zeichen der Definitionen und Apelle.Der Terminus„ Homilie" als spezielle Volksschauspielgattung auf Zante wurdeeiner historischen und kriterienmäßigen Prüfung unterzogen und mit ähnlichenPhänomenen auf griechischem und dalmatinischem Boden in Beziehung gesetzt.Eines der bedeutenden Ergebnisse des Kongresses bestand in der Feststellung,daß viele Bewohner von Zante im Besitz von älteren Spielhandschriften sind;die bisher veröffentlichten Stücke umfassen offenbar nur einen kleinen Teil dertatsächlichen Produktion. Es wurde ebenfalls der Beschluß gefaßt, an das grie-chische Kultusministerium einen Appell zu richten, die Herausgabe der Kongreß-akten finanziell zu unterstützen.
Das harmonische Ineinandergreifen wissenschaftlichen Gesprächs und leben-diger Darstellung verschiedener Volksschauspieltraditionen an einem Ort, derselbst noch eine blühende Spieltradition besitzt, lassen auch den heurigen Kon-greẞ als gelungen erscheinen und qualifizieren Zante zum geeigneten Ort weitererBegegnungen, deren effektiver Charakter zum Großteil von der Teilnahme derheimischen Bevölkerung abhängt.Walter Puchner
Ukrainisches Freilichtmuseum
Am südlichen Stadtrand von Kiew liegt ein Dorf, das schon seit vielenJahrhunderten besteht. Zwar hat das Dorf heute keine Einwohner, aber tausendeMenschen gehen tagtäglich durch seine Straßen und öffnen die Türen seinerHäuser.
Zu den 28 Museen der Hauptstadt der Sowjetukraine kam noch eins hinzu:das Museum für Volksarchitektur und Lebensweise der Ukrainischen SSR.
In der Sowjetunion gibt es mehr als 40 Museen unter freiem Himmel,wobei das Kiewer Museum zu den größten zählt. Hier sind 153 Bauten wieauch über 3000 andere Exponate zu sehen. Nachdem die zweite Baufolge desMuseums fertig ist, wird seine architektonisch- ethnographische Ausstellung 400typische Dorfhäuser und etwa 30.000 verschiedenartige Exponategegenstände, Ikonen, Modelle von Kleidung usw. enthalten.
Haushalts-
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