Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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der wissenschaftlichen Forschung verlegt werden. Von den sonstigen Ver-öffentlichungen der Beamten des Hauses ist das neue Buch von Dr. FranzGrieshofer ,, Schützenwesen im Salzkammergut und die Neuauflage der, Bauern-möbel" von Leopold Schmidt zu nennen.Leopold Schmidt

Schloßmuseum Gobelsburg

Sonderausstellung 1978

Südtiroler Volkstrachten in alten Bildquellen, Sachzeugnissen und imgraphischen Werk von Erna Moser- Piffl.

Neben den ständigen Schausammlungen Altösterreichische Volksmajolika", Waldviertler Volkskunst", Volkstümlich geformtes, bemaltes, geschliffenesGlas" und Bauernmöbel" zeigt das Österreichische Museum für Volkskundein seiner niederösterreichischen Außenstelle Schloßmuseum Gobelsburg imSommer und Herbst 1978 die Sonderausstellung Südtiroler Volkstrachten in alten Bildquellen, Sachzeugnissen und im graphischen Werkvon Erna Moser- Piffl". Ein Auswahl von 256 Exponaten aus den sehrumfangreichen Beständen Südtiroler Volkskunst des Wiener Volkskundemuseumsvermittelt einen lebendigen Überblick über die Erscheinungsformen, landschaft-lichen Ausgliederungen und historische Entwicklung der überlieferten Volks-trachten in dem südlich des Alpenhauptkammes gelegenen, überwiegend deutsch-sprachigen Teil des ehemaligen österreichischen Kronlandes Tirol und derheutigen italienischen autonomen Provinz Tiroler Etschland. Die traditionelleGliederung in ausgeprägte landschaftliche, standesmäßige und beruflicheTrachten innerhalb des für die volkskundliche Beobachtung und Sammlungerfaßbaren Zeitraums von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart wirdsichtbar in einer Fülle von alten Bildquellen. Gemalte Votivtafeln aus Süd-tiroler Wallfahrtsorten geben über den früheren Zustand der Kleidung derbäuerlichen und bürgerlichen Bevölkerung von der Mitte des 18. Jahrhundertsan bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts ebenso Auskunft wie die etwagleichzeitigen Bildnisse von Malern unbekannten Namens und auch vonKünstlern, die in der österreichischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts Rangbesessen haben( Josef Büche, Ferdinand Andri). Als der bäuerliche Menschin der Romantik und im Realismus zu neuer Bildwürdigkeit gelangte, hat sichauch eine weitverzweigte Trachtengraphik des ländlichen Genres bemächtigtund insbesondere aus Südtirol eine ganze Reihe von Trachtentypen äußerstpopulär gemacht. Das Hauptgewicht der Ausstellung indes liegt auf der Dar-bietung von etwa achtzig künstlerischen Bildbezeugungen von Südtiroler Volks-trachten, die die Wiener akademische Malerin Erna Moser- Piffl in den Jahren1940 und 1941 noch unmittelbar vor dem schicksalsschweren siedlungspolitischenEingriff in die Landesgeschichte Südtirols auf wiederholten persönlichen Reisenin der von ihr vorzüglich beherrschten Aquarell- Tempera- Technik geschaffenhat. Jedes einzelne Blatt gibt den jeweiligen Trachtenträger porträtgerecht wieder.Darüber hinaus sind alle trachtlichen Züge nicht nur sachgetreu nachgezeichnet,sondern in mannigfachen handschriftlichen Notierungen zusätzlich festgehalten.Mit der Erwerbung der Reihe Südtiroler Volkstrachten von Erna Moser- Piffldurch das Österreichische Museum für Volkskunde im vergangenen Jahr ist esgelungen, eine einzigartige künstlerische Dokumentation der trachtlichen Über-lieferung in allen Landesteilen Südtirols der Öffentlichkeit zu sichern. Gleich-zeitig ist das Museum auch in den Besitz eines wesentlichen Ausschnittes ausdem malerischen Lebenswerk der Wiener Künstlerin aus dem Schülerkreis vonFerdinand Andri gelangt.

Den historischen Bildquellen und der Trachtengraphik von Erna Moser-Piff aus den frühen vierziger Jahren findet sich in der Ausstellung an die

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