Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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Alltagskochplan angehörte. Bereits Carrichter 23) vermeldet in seiner,, Speiskammer der Teutschen"( 178), daß arme Leut' froh werden,daß sie Schmalz, Speck oder Unschlitt zu ihrem Gemüs und täg-liche Kost bekommen. Viel des gemeinen Volkes müssen an unge-schmalzenen Rüben und Kraut sich sättigen lassen". ObwohlBohnen im anschließenden Artzney- Buch Verwendung finden, werdensie in diesem Kochbuch nicht eingesetzt. Ungefähr gleichzeitig stellteHohberg 24) seltene Gemüsesorten wie Spargel, Kohlrüben, Karfiol,Sprossenkohl, Gurken, Kürbisse, Tomaten 25) mit ihren Aufzucht-anleitungen vor. Davon ist im Grätzer Kochbuch von 1686 nichteinmal nebenbei oder in Andeutungen etwas zu merken. Doch bereitsin der ,, Granatapfel"-Auflage von 1699 scheinen Spargel und Fisolenauf. Hiemit weist sich dieses Kochbuch wiederum als Vertreter ältererdeutscher Kochgewohnheiten aus.

Fische

erfreuten sich im Barock großer Wertschätzung, wie man an dergroßen Anzahl der Fischrezepte ablesen kann. Popelka berichtet 26),daß schon damals die große Nachfrage nicht erfüllt werden konnteund besonders Hechte aus Ungarn, Böhmen und Kärnten bezogenwurden. Namentlich in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts beherrsch-ten die ungarischen Fische, vorwiegend eingesalzen, den Markt. Sälb-linge wie Forellen wurden aus der Obersteiermark kommend, lebendin Bottichen feilgeboten. Die Plateysen" kamen über Prag, Freistadt,Linz, Wien auf den Grazer Ägidy- Markt. Daß der Biber damals inder Steiermark noch nicht ausgestorben war, deutet das Rezept EinBiber- Schweiff zu kochen" an.

Fett

Dieses wurde in reichlichem Maße verwendet. Es schien alsSättigungsfaktor und Energiequelle sehr beliebt gewesen zu sein. Dar-über hinaus mochte die relativ bequeme Art der Garung, Backgut

23) Bartholomaeus Carrichter, Kräuterbüchlein, darinnen die zutäglichem Brauch dienende, in Teutschland wachsende Kräuter nach der Eigen-schafft des himmlischen Zodiaci oder Tierkreises beschrieben... beigefügt,, Speiskammer der Teutschen", a. O. 1670.

24) Wolfgang Helmhard Freiherr v. Hohberg. Niederösterr. 1612-1688Nürnberg. Georgica Curiosa. Aufl. 1682, 1687, 1695, 1701, 1715, 1749.

25) Coler, Buch VI, S. 159, beschreibt Aufzucht der Paradeisäpfel",Rembertus Dodonaeus, Cruydt- Boeck, Leyden 1608 f. beschreibt GuldenAppel".

26) Fritz Popelka, Die Lebensmittelpreise und Löhne in Graz vom16. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert", in: Zeitschrift für Sozial- und Wirt-schaftsgeschichte XXIII, Bd. H. 2, Stuttgart 1930.

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