der Gegenwart durchaus nicht gekannt, vor allem nicht im Rahmen der Donau-monarchie, wo auch noch für„ Walachen" in der„ Mährischen Walachei" Platzwar, und umgekehrt selbstverständlich die vielen deutschen Einsiedlungen ihrbesonderes Leben führten. Das führt übrigens gleich zur nächsten Frage: S. 12wird eigens betont„ Bis auf vereinzelte Ausnahmen hielt sich die slawischeLandbevölkerung von Stilelementen deutscher Volkstrachten frei". Kann mandas angesichts der starren Hauben( Abb. 40 ff.) so sagen? Und was heißt hier,, deutsche Einflüsse": Sollte man sich nicht angesichts der vielen seidenenSchultertücher( Farbtafel I- II) und der gemusterten Seidenbänder( FarbtafelIII- IV) nicht zunächst fragen, wieviele davon in den Seidenzeugwebereien inWien- Schottenfeld entstanden sind? Die Fragen ließen sich an den verschieden-sten Stellen wieder stellen, und manche andere wohl auch.
Aber schließlich sind derartige genaue Kataloge dazu da, das durch sieerschlossene Material weiter zu überdenken. Daher unser Dank für diese Arbeit.Leopold Schmidt
Weihnachtslieder
Kurt Pahlen, Die schönstenaus derganzen Welt. 110 Lieder in Originalsprache und Übersetzung mit Be-gleitung von Gitarre, Akkordeon oder Klavier. 144 Seiten mit Noten.Zürich 1977, Schweizer Verlagshaus AG. DM 19,80.
Ein schönes Buch für den Praktiker, nicht etwa ein wissenschaftlichesWerk. Der bekannte Musikfachmann Kurt Pahlen hat hier eine staatliche Anzahlvon erprobten, musikalisch besonders anziehenden Weihnachtsliedern zusammen-gestellt, mit großer Gerechtigkeit, aber doch mit entsprechender Berücksichtigungdes deutschsprachigen Weihnachtsliedes und seiner lateinischen Vorgänger. Mansucht kaum ein bekanntes Lied umsonst, findet dafür manches weniger bekannteeinbezogen.
Für den eventuellen wissenschaftlichen Benützer ist anzumerken, daß dieHerkunftsangaben bei jedem Lied leider sehr knapp gehalten sind, und nur inseltenen Fällen eine kurze Anmerkung wenigstens eine zusätzliche Erläuterungbringt. Freilich ist derartiges bei Notenausgaben eben wenig üblich, aber schließ-lich wüßte man doch gern, woher sagen wir die katalonischen oder die flämi-schen Lieder genommen sind, oder auch die schwedischen, die tschechischendie Namhaftmachung der Sprachen bezeugt schon, daß es sich um ein vielseitigesBuch handelt, um eine Auswahl, die man an sich gern zur Kenntnis nimmt, unddie sich sicherlich auch der Aufmerksamkeit der Volksliedpflege erfreuen wird.Leopold Schmidt
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