nun nur der Untertitel nicht wie früher„ Alte irische Märchen und Geschichten",sondern eben„ Keltische Sagen aus Irland" heißt. Und Ulf Diederichs hat einekurzgefaßte Erläuterung des Werdeganges des merkwürdigen Buches gegeben, ausder hervorgeht, daß jener deutsche Student, der 1913 diese irischen Überliefe-rungen aufgezeichnet bzw. übersetzt hat, eben doch Löpelmann selbst war. SeineWiedergabe der irischen Heldensagen, und um solche handelt es sich doch, istauf diese Weise nicht nur erhalten geblieben, sondern wird auch einer neuenGeneration übermittelt, die sich nicht zuletzt der ausführlichen Anmerkungengern bedienen wird. Ein neues Literaturverzeichnis ist dem Neudruck bei-gegeben.Leopold Schmidt
Inge Diederichs( Hg.), Als die Bäume in den Himmel wuchsen.Märchen der Völker. Illustriert von Tilman Michalski.320 Seiten, mit 56 Ill. Köln, 1977, Eugen Diederichs Verlag. DM 25,-.
Kein wissenschaftliches Buch, sondern eine für Kinder bestimmte Auswahlaus den vielen Bänden der„ Märchen der Weltliteratur". Eine schöne Auswahl,die möglichst gleichmäßig alle Völker berücksichtigen will, und daher deutscheund französische Märchen fast gar nicht bringt. In die großen beiläufigen Grup-pen wie„, Geschichte von Erde, Wasser und Wind" oder„ Als die Tiere nochsprechen konnten" oder auch„ Von Helden und Abenteuern" sind meist guterzählte, motivlich überschaubare Märchen aufgenommen, so daß sich der immerwieder erstaunliche Reichtum des alten Erzählbestandes gut spiegelt. Für mär-chenlesende Kinder werden Gruppen wie„ Warum das Nilpferd im Wasser lebt"oder„ Lügen, daß sich die Balken biegen" sicherlich sehr anziehend sein. Nurwenige Geschichten sind keine Märchen, wie das ja in jeder Märchensammlunggelegentlich vorkommt. So handelt es sich bei der aus Südtirol stammendenWassermann- Geschichte( S. 93 f.) um eine Sage, bei der aus Israel stammendenGeschichte vom Bündel, das jeder Mensch mitbekommt( S. 42) um ein Exempel,und die Geschichte, wie die Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeuner die Geige bekommen haben, mit Saiten ausden Haaren der Fee Matuya( S. 90 f.) ist eine Art Ursprungslegende, falls sieüberhaupt Anspruch auf Echtheit haben sollte.
Aber das Buch dient ja, wie gesagt nicht der Forschung, sondern ist alslesbares, schön ausgestattetes Märchenbuch gedacht, und als solches durchausbemerkenswert.Leopold Schmidt
Inga Arnö und Gunnel Hazelius Berg, Folk Costumes of Swedena living tradition. Photographys by Carl Lindhe. Translation byW. E. Ottercrans. Västerås, ICA bokförlag. 240 Seiten, mit zahl-reichen, durchwegs farbigen Abbildungen.Heide Nixdorff, Europäische Volkstrachten. I. Tschechoslo-wakei( Veröffentlichungen des Museums für Völkerkunde Berlin,Neue Folge, Bd. 33, Abteilung Europa I). Berlin 1977, Museum für Völker-kunde. 334 Seiten, mit XXXII Farbtafeln, 123 Fig. und 266 Abb.Trachtenforschung wird heute wohl am ehesten noch von den Museen ausbetrieben. Die beiden schönen Bände, die beinahe zugleich erschienen sind, stel-len gute Beispiele für die derzeitigen Möglichkeiten der Aufarbeitung und Dar-bietung von Beständen dar, im ersten Fall von Beständen des Nordischen Mu-seums in Stockholm, im zweiten Fall von Beständen des Berliner Museums fürVölkerkunde, das mit seinen etwa 15.000 Objekten der Abteilung Europa einensehr beachtlichen Rang im Bereich der Vergleichssammlungen einnimmt.
Die beiden Damen Berg haben die vorzügliche schwedische Trachten-forschung um einen schönen, anschaulichen Band weitergefördert. Der Haupt-teil des Buches behandelt die Trachten in den einzelnen schwedischen Land-
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