„ Beispiele zum Wohnen und Arbeiten in drei Bergarbeiterdörfern des Ober-westerwaldes um 1900". Nur bei ihm merkt man auch, daß ein wirklicherMuseumsfachmann an der Arbeit war.
Moden gehen vorüber, auch in der Wissenschaft. Das wird wohl auch fürBonn und das jetzige Rheinische Jahrbuch für Volkskunde gelten.
Leopold SchmidtLexikon des Mittelalters. 5 Bände plus Registerband. I. Band, 1. Lieferung:Aachen.- Ägypten. 112 Seiten. München 1977, Artemis Verlag. DM 18,—.Wer unser Fach kulturhistorisch betrachtet, hat ununterbrochen mit denhistorischen Disziplinen zu tun. Und während er die Einzelforschungen kaumüberblicken kann, wird er immer wieder Zusammenfassungen und Lexika be-nützen. Für das Mittelalter hat bisher ein wirklich großes Lexikon gefehlt. EinWerk, das dem Pauly- Wissowa, der großen selbstgeschaffenen Hilfe der klassi-schen Philologen, an die Seite gestellt werden kann, das hat sich trotz derimmensen Einzelforschungen für das Mittelalter bisher nicht erstellen lassen.Nun ist es einmal geplant, wird von bekannten Fachvertretern getragen, und,wie aus den Ankündigungen hervorgeht, ist ein Vertreter der Volkskunde auchdarunter: Wolfgang Brückner.
Sicherlich wird man beim Lesen der ersten Stichwortliste noch manches,ja vielleicht sogar vieles vermissen. Aber es können sich ja wohl noch weitereMitarbeiter einschalten, und Brückner als Vertreter der Volkskunde in derRedaktion dieses Lexikons wird gewiß dafür sorgen, daß berechtigte Anträgeberücksichtigt werden. Von Österreich aus gesehen, ist darauf hinzuweisen, daßdie Österreichische Akademie der Wissenschaften ein eigenes Institut für mittel-alterliche Realienkunde unterhält, das sicherlich für viele Artikel wird herange-zogen werden müssen. Da ist ein nahes Grenzgebiet der Volkskunde auch schonerreicht. Weitere werden gewiß noch folgen.
Die erste Lieferung, die nunmehr vorliegt, läßt einstweilen keine Schlüssedarauf zu, was hier für uns wirklich nützlich sein wird. Selbstverständlich gibtes einen allgemeinen Artikel„ Aberglaube", und der volkskundliche Teil davonwurde von Dieter Harmening bearbeitet. Es gibt ferner einen Artikel„ Ackergeräte", bearbeitet von K.-R. Schultz- Klincken.„ Adam” ist inverschiedenen Einzelstichworten behandelt,„ Advent" hat nur einen kurzen Ar-tikel, weil er noch nicht sehr bedeutend gewesen sein soll. Dann wären nocheinzelne Heiligen- Artikel zu erwähnen, etwa über Aegydius, über Agatha undüber Agnes, und an allen hat selbstverständlich Matthias Zender zumindestAnteil. Nun sind das freilich Artikel, die ähnlich auch im Lexikon für Theologieund Kirche zu finden sind, das wir nach wie vor als ein vorzügliches Hilfsmittelschätzen. Für das„, Lexikon des Mittelalters" wird anderes und mehr zu leistensein, damit die Artikel die spezielle Bedeutung der Erscheinungen in jenemmerkwürdigen Jahrtausend herausarbeiten.
Im Interesse des Faches wird man diesem neuen Lexikon also einen guten,raschen Fortschritt wünschen.Leopold Schmidt
Martin Löpelmann, Erinn. Keltische Sagen aus Irland, heraus-gegeben und übersetzt. 528 Seiten. Köln 1977, Eugen Diederichs Verlag.DM 36,-
Dieses Buch ist schon einmal, 1944, erschienen, und zwar bei Rudolf M.Rohrer in Brünn- München- Wien. Durch das Kriegsende bedingt ist offenbar dergesamte Bestand des vornehm ausgestatteten, auf gutem Papier gedruckten Bandessehr verbilligt verkauft worden. Nunmehr hat der Eugen Diederichs Verlag, demdas Buch ja fachlich sehr nahe liegen muß, einen Neudruck veranstaltet, bei dem
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