Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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pitel über Wege zur Erhaltung" kommt noch der Konservator und Denkmal-schützer zu Wort, in dem auch der Stellenwert der musealen Bemühungen auf-gezeigt wird. Gebhards, besinnlich betrachtende Reise" durch die ländlicheBaulandschaft Deutschlands und der angrenzenden Alpenländer, in die er immerauch historische Schilderungen einfließen läßt, entpuppt sich als ein gedrängter,dem letzten wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechender Überblick über dieGehöfteformen. Davon zeugt das umfangreiche Literaturverzeichnis, das sogardurch einen Nachtrag auf den aktuellen Stand gebracht wurde. Aus österreichi-scher Sicht vermißt man zwar Namen wie Dachler, Bünker, Eigl, Kriechbaumund Klaar, doch hat der Autor selbst aus seinem umfangreichen Werkverzeichnisnur äußerst bescheiden zitiert. Ganz am Rande sei hier auf einen Druckfehleraufmerksam gemacht, der aus Gerambs Rauchstuben eine Badstube machte.( Inder Fuẞnote wird Geramb richtig zitiert.) Sosehr man der Leistung TorstenGebhards Anerkennung zollen kann, muß man bei der Gestaltung des BildteilesVorbehalte anmelden. Die Bilder sind zwar wunderschön und werden vieleBuchkäufer anlocken, sie stehen jedoch in keinem direkten Bezug zum Text, derwegen seiner Gedrängtheit äußerste Konzentration erfordert. Hier helfen die anden Rand gerückten und offensichtlich vom Autor ausgewählten Pläne undZeichnungen schon wesentlich mehr. Auch die als Vorsatz doch eher zumSchmuck degradierte Übersichtskarte über die Haus- und Hofformen, die mansich wegen ihrer Anschaulichkeit gerne ungeteilt wünschte, müßte noch stärkerauf den Text bezogen werden. Für eine Neuauflage wären in dieser Richtungjedenfalls Verbesserungen denkbar. Dessen ungeachtet würde man sich aberwünschen, wenn die instruktive Einführung in die Bauernhaus( hof) forschung samtAnmerkungsteil, Erläuterungsapparat und Literaturverzeichnis in die neue Reiheder Studienhefte zur allgemeinen und regionalen Volkskunde( ,, Ethnologia Bava-rica") aufgenommen werden könnte.Franz Grieshofer

Forschungen und Berichte zur Volkskunde in Bad- Württemberg 1974-1977.Herausgegeben von Irmgard Hampp und Peter Assion.Großoktav, 312 Seiten, mit 37 Abb. auf Tafeln. Stuttgart 1977, VerlagMüller& Gräff.

Die Reihe der Forschungen und Berichte zur Volkskunde in Baden-Württemberg", die vom Landesdenkmalamt Baden- Württemberg herausgegebenwird, legt als ihren 3. Band nunmehr wieder einen jahrbuchartigen Band mitAufsätzen, Berichten und Buchbesprechungen vor. Einen reichen, bemerkens-werten Band, aus dem einige derzeit in Südwestdeutschland besonders gepflegteForschungen sogleich ersichtlich werden. Die Erforschung der Volksfeste kommthier ebenso zur Geltung wie die Fastnachtsforschung, die zur Zeit besonders inden Städten durchgeführt wird. Dazu gehören also die Beiträge von GüntherLöhr für Mannheim und von Ernst Schneider für Karlsruhe. Zu denFesten im Stil des 19. Jahrhunderts gehören die Historischen Festzüge" vonPeter Assion, zu den in der Gegenwart durchgeführten, vielleicht nicht sehrlanglebigen großstädtischen Festen die Stuttgarter Stadtteilfeste" von HeinzSchmitt. Dann gibt es Beiträge aus der Praxis der lokalen Intensiv- For-schung, wenn etwa Angelika Bischof- Luithlen über ihre Arbeitenan den Archiven des Landkreises Reutlingen berichtet, oder Norbert Ohlerüber Pfarrbücher als Quelle für den Historiker", und zwar am Beispiel derPfarrbücher von Hochdorf im Breisgau. Eine besondere Gruppe bilden dieStudien zu den einst nach Württemberg eingewanderten Waldensern, zum Teilwieder aus alten Inventaren erarbeitet. Historische Volkskunde wird auch in derausführlichen Arbeit von Ernst- Dietrich Güting über Michael Beheims Ge-dichte gegen den Aberglauben und seine lateinische Vorlage" betrieben. Beheim,der solange am Wiener Hof gelebt hat, ist für uns selbstverständlich besonders

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