Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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Zwei neue Aufschlüsse zur Gasthaus-Archäologie in Tirol und im Lande Salzburg

Von Richard Pittioni

Der Sommer 1977 brachte zwei neue interessante Aufschlüssezur Gasthaus- Archäologie, über die hier nur ein vorläufiger Kurz-bericht gegeben werden soll.

Der eine Aufschluß liegt wieder in Jochberg bei Kitzbühelund zwar beim dortigen Gasthof Jodlbichl, Besitzer Peter Aufschnai-ter. Dieser Gasthof liegt an der alten Straße Kitzbühel- Hechenmoos-Paẞ Thurn; wann er gebaut und in Betrieb genommen wurde, müßteerst durch archivalische Studien näher bestimmt werden. Aber so wiein Jochbergwald hat man auch hier das zerbrochene Geschirr undGlaszeug beim Küchenfenster in den Åroa geworfen, der hier inso-ferne sehr günstig gelegen ist, als nur etwa 2 m vom westlichen Haus-rand der Steilabfall zur Jochberger Ache einsetzt. Man wird anneh-men dürfen, daß die Hauptmasse des anfallenden Geschirr- und Glas-Abfalles über diesen Steilabfall abgerollt ist. Es hat sich aber gleichhinter der Hauswand doch noch ein Abfallhaufen gebildet, der imLaufe des August 1977, von einem Arbeiter im Auftrag des Eigen-tümers, abzutragen begonnen wurde. Dabei zeigten sich zahlreichekeramische Reste, die eine genaue Untersuchung des bereits freige-legten Materiales und des noch abzutragenden Abfall- Haufens not-wendig machten. Es geschah dies Ende August 1977 mit größtem Er-folg, wobei als älteste Ware der Rest eines Henkeltopfes festgestelltwerden konnte, auf dessen Henkel eine schöne Töpfermarke PassauerProvenienz der jüngeren Art( vgl. z. B. R. Pittioni, PassauerSchwarzhafnerei in Österreich, Akad. d. Wiss., phil.- hist. Kl., Anzei-ger 114, 1977, 93 ff., Abb. 7-11) angebracht ist. Man wird daher aufGrund dieses einen Stückes mit dem 16. Jh. zu rechnen haben. DenHauptbestand stellte aber die im Jochberger Bereich mehrfach nach-gewiesene Kröninger Ware( vgl. dazu Derselbe, KeramischesFundgut aus Kitzbühel, Österr. Zeitschr. f. Volkskunde N. S. 31( 80)1977, 213 ff.), neben der die als einheimische Erzeugnisse anzuspre-chende Ware mehr in den Hintergrund tritt. Die Funde befinden sichzur Zeit beim Obmann des neugegründeten Jochberger Bergbau- undHeimatmuseums, Herrn Georg Jöchl- Jochberg, und werden im Laufe

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