kirche in Larnaka bezeugt 165), lebte der Lazaruskult auf der Insel,wenn auch von mehr regionaler Bedeutung, weiter 166). Ikonen oderFresken, die den hl. Lazaros darstellen, wie die der Panagiakirchevon Araku in Lagudera( Ende 12. Jahrhundert), sind fast nur auf dieGroßinsel lokalisiert 167). Als die orthodoxe Kirche wahrnahm, daßLazarusreliquien auch in Frankreich verehrt werden, hat sie sichvehement dagegen gewehrt 168). Die Tatsache des Anspruches auf denBesitz der Reliquien und des Wahrheitsanspruches ihrer Legendenstellte um die Jahrhundertwende einen erheblichen Konfliktstoff fürOst- und Westkirche dar. Hackett versuchte die Streitmeinungenhistorisch zu versöhnen, indem er meinte, die Franzosen hätten dieReliquien bei der lateinischen Besetzung Konstantinopels im Anschlußan den vierten Kreuzzug 1204 geraubt und nach Frankreich ge-bracht 169). Aber so einfach war die Sache nicht. Die Lazarusreliquienwurden schon zu Beginn des 11. Jahrhunderts in einer eigenen Wall-fahrtskirche in Autun in Burgund verehrt 170), und Lazarus gilt alserster Bischof von Marseilles 171). Die provenzalischen Traditionen wol-len wissen, daß die bethanischen Geschwister zusammen mit Maximi-nius und anderen nach abenteuerlicher Meerfahrt nicht in Zypern,sondern in Marseilles gelandet sind 172). Die hl. Magdalena wird inVézelay verehrt, und zwar als Lazarusschwester 173), ihre Gebeineliegen in St. Maximin und St.- Maries- de- la- Mer, obwohl 899 dieMagdalenengebeine, diesmal nicht als Lazarusschwester, von Ephesusnach Konstantinopel überführt wurden. Die vorsichtige Meinungder theologischen Forschung in dieser subtilen Frage tendiert heuteeher dahin, daß die beiden spektakulären Translationen der byzan-tinischen Kirche, die der hl. Magdalena und die des hl. Lazaros,
165) Ch. A. Patsidis, O Ajios Lazaros kai i ekklisia tu is Larnaka.Larnaka( 1961).
166) R. H. Dolley, The historical significance of the Translation ofSt. Lazaros from Kypros to Byzantion. Byzantion 19, 1949, 59–71.
167) Vgl. die Abb. bei Stylianu( wie Anm. 132).
168) Vgl. die detaillierte Auseinandersetzung bei Ch. I. Papajoannu( wie Anm. 163), bes. 364 ff.
169) Hackett( wie Anm. 162), 412.
170) R. H. L. Haman, Das Lazarusgrab in Autun.( Marburger Jahrbuchfür Kunstwissenschaft 8/9, 1936, 182-328, bes. 320 ff.)
171) P. Ch. Cahier, Caractéristiques du Saints dans l'art populaire. Paris1867, 123, 621.
172) Dies berichtet auch die Legenda aurea.
173) Diese Identifizierung ist für den lateinischen Westen seit Gregor d. Gr.verbindlich( H. J. Keller, Reclams Lexikon der Heiligen und biblischen Ge-stalten. Stuttgart 1968, 361 ff.).
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