Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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gen und kleinen Steinchen erhebt, und der den bezeichnenden Namen Fuskodentri( Schwellbaum") trägt, wird beweint und begraben,ersteht dann aber auf und führt den Rundtanz an 104). Ähnliches ge-schieht mit einer tönernen Menschenfigur zwischen Ostern und Pfing-sten an der Südküste des Schwarzen Meeres 105) oder als Kinderbrauchzur Threnosübung auf Mykonos 106); hier formen Mädchen aus Sandeine Menschenfigur und schmücken sie mit Blumen 107); sie wird be-weint und dann in den Sand gestampft, bis sie nicht mehr zu sehenist 108). Die Figur wird ,, Krantonellos" genannt, was auch mit Adonisin Bezug gesetzt wurde 109). Das Element der Bestattung, der Bewei-nung und des Wiederaufstehens erscheint dann gehäuft in den Karne-valsszenen, sowohl einzeln als auch in Anlagerung an eine Hochzeits-parodie. Bei der Vlachischen Hochzeit" in Theben, die auch heutenoch unter Beteiligung von Tausenden von Zuschauern stattfindet,fällt einer der Hochzeitgäste tot um und wird beweint 110), erholt sichaber rasch wieder. In seiner parodistischen Ausformung ist dasTod/ Auferstehungsthema schier unerschöpflich in seinen Variationenund Sonderprägungen bei den Zwölften- und Karnevalsumzügen 111)oder in den Lebenslaufriten 112). Doch können wir diesen Strang derBrauchbedeutung nicht weiterverfolgen, da er vom femininen Ado-leszenzritus wegführt. Gerade in den låzår, lazarci, lazarines"usw. finden sich aber Ansätze zu frauenbündischen Organisations-formen in ihrer virginen Spielart, die temporären gruppeninitiierendenund informativen Charakter haben: die Sozietät mustert ihr Potentialan heiratsfähigen Mädchen, beurteilt und taxiert sie nach Aussehen,Geschicklichkeit und potentiellem Kindersegen. Mit dem Lazarus-umzug betreten die Mädchen vielfach zum ersten Male die Bühne

104) K. Kakuri( wie Anm. 101), 225 f.

105) G. Meg as, Ellinikai eortai kai ethima tis laikis latrias( GriechischeFeste und Bräuche der Volksreligion). Athen 1956, 204 f.

106) K. Kakuri( wie Anm. 101), 224.

107) Vgl. Abb. 125 bei K. Kakuri( wie Anm. 96), 150.

105) Vgl. auch K. Kakuri, Proaisthitikes morfes tu theatru( Vorästhe-tische Theaterformen). Athen 1946, 166.

109) St. I. Markymichalis. Ypolimmata tis latrias tu Adonidos enMykono( Reste des Adoniskults aus Mykonos). O Krantonellos. Praktika tisAkadimias Athinon 16( 1941), 229-232.

110) Vgl. Abb. Taf. XII in Laografia 17( 1957).

111) Vgl. etwa für Ungarn G. Ortutay, Kleine ungarische Volkskunde.Budapest 1963, 93 ff.

112) So z. B. bei der Hochzeit Z. Ujváry, Das Begräbnis parodierendeSpiele in der ungarischen Volksüberlieferung.( Österreichische Zeitschrift fürVolkskunde 69/ XX, 1966, 267 ff.)

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