usw. je nach Bevorzugung der Symbolfarbe 72) eine Rolle spielen 7³),oder auch durch die Ikone der Auferweckung des Lazarus durch Chri-stus aus der Kirche 74). Bei den heute seßhaften griechischen Nomadender Sarakatzanen, die in den Zagoria- Dörfern im Zentralepirus leben,ist die Auferweckungsikone in einen Korb gebettet, der mit Hilfe vonBlüten und Grün sowie kleinen Glöckchen eine Art Baldachin formtund damit frappant an den Epitaph- Baldachin Christi erinnert. DerHausumzug mit dem Lazarusgrab erinnert denn auch gewollt an dieEpitaphprozession der Karfreitagsnacht 75). Aus diesem Blickwinkelwird nicht nur erneut die Analogie zum Grab Christi deutlich, sondernauch latente Bedeutungsschichten des blumengeschmückten Korbesmanifest: der Korb als Lazarusgrab. Und wie wir eingangs auf dentypologischen Konnex von Grab und Krippe Christi hinweisen konnten,dürfen wir nun auch die Bedeutungsschicht der Wiege mit aller Vor-sicht für den Lazaruskorb ansetzen: die Auferstehung wird nämlich alsWiedergeburt gedacht. Darauf weist nicht nur der Mumientyp des inder Grabhöhle Erscheinenden in der Ikonographie, der sich von einemwindelgewickelten Kleinkind nur durch die Körpergröße unterscheidet,sondern auch der Brauch, schon vor dem Umgang ein Ei in den Korbzu legen 7), was sich zwar auch aus der Brutpraxis der Hühner er-klären läßt), offenbar aber doch in Anrechnung des Symbol-wertes des Eies auf das Neue Leben hinweist 78). Völlig unabweisbarwird dieser Gedanke, wenn man dem Umzug mit einer Lazaruspuppebegegnet, die in Babykleider gehüllt ist 79).
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Diese Puppen sind meist aus einem Holzstück oder zwei gekreuz-schenke"( St. Karakasis, Musiki kai laografiki apostoli is Kefallinian( 16. bis28. August 1967). Epetiris to Kentru Erevnis tis ellinikis Laografias XX- XXI,1967/68, 359 ff.).
69) Hs 1159 A' FGVA( Südpeloponnes), 89.
70) Hs 1131 FGVA( Kreta), 7 f.
71) Hs 2194 FGVA( Ithaka), 136.
72) Rot als Blut Christi( A. I. Thrasyvulu, To Savvato tu Lazaru kai iKyriaki ton Vaion is to chorio Lapithon. Laografia 17, 1957/58, 281 ff.), Weißund Gold als Totenfarbe Lazari( N. Kararas, Choria tu Burnova. Athen1958, 34 ff.).
73) Die Farben kommen auch gemeinsam vor, so z. B. auf Kithyra südlichder Peloponnes( Hs 2327 FGVA 89 f., 329).
74) Auf Kreta wird sie auch neben dem Kreuz und dem Korb mitgeführt( Hs 1225 SVUA 26 f.).
75) K. Kakuri, Thanatos- Anastasi( Tod- Auferstehung). Athen 1965,bes. Abb. 3 u. 4, S. 29.
76) Hs 1565 SVUA( Thessalien), 100 ff.
77) Hs 2276 FGVA( Insel Lefkas), 167.
78) Hans Moser, Osterei und Ostergebäck( Bayerisches Jahrbuch fürVolkskunde 1957, S. 67 ff.).
79) Vgl. Abb. aus dem Photoarchiv des FGVA( G. Aikaterinidis), AjiaEleni( Serres, Makedonien), Lazarussamstag 1965.
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