Jahrgang 
82 (1979) / N.S. 33
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Otto

Swoboda, Alte Holzbau kunst in Österreich,Otto- Müller- Verlag( 1978), 218 Seiten, 16 Farb-, 227

Band 2. Salzburg

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Schwarzweißfotos, 15 Textillustrationen.

Otto Swoboda setzt mit diesem neuen Bildband seine Bemühungen fort,Holzbauwerke aus Österreich, wie es da gleich eingangs( S. 5) heißt, als eine derwohl prächtigsten und schönsten Holzarchitekturen Europas(!) herauszustellen.Der Band enthält wiederum in einer fast genialisch eklektizistisch zu nennendenMischung von Alt und Neu, Stall und Stube, Kreuz und Kasten, Ost und WestFotos von Holzbauten aus den verschiedensten Orten Österreichs, deren Angabenfreilich nicht immer ganz ausreichend und zuverlässig sind, wäre man allein auf dieBildunterschriften angewiesen. Gleichwohl ist da ein beachtliches Bildmaterialzusammenzutragen, dessen Objekte vermutlich nicht mehr alle existieren. DerLeser wäre daher und dies nicht nur im Interesse einer ernsthaftenDokumentation! für die Beigabe wenigstens der Aufnahmejahre dankbar

gewesen.

Dem Verfasser geht es freilich weniger um, genaue Kenntnis und Erforschungder traditionellen Holzbaukunst in Österreich", wie er das scheints indirekt bean-sprucht( S. 22), sondern ganz einfach um die äußere Ästhetik des Holzes als Bau-stoff. Das ist sicher sein gutes Recht- und, wie man weiß, seit langem seinunbestreitbares Verdienst. Man merkt auch, er hat sich da eingelesen und ist soallenthalben fündig geworden in Dingen, die nicht zuletzt aus Arbeitsbereichenvolkskundlicher Forschung stammen und worüber der Einleitungstext( S. 5-22)und ein abschließendes Verzeichnis der Literatur( nach S. 218) freilich nichtsehr erschöpfend Auskunft geben. Seine Bilder gruppiert Swoboda wenigstensgrob nach einigermaßen erkennbaren Sachgruppen etwa zu Pfostenspeichern,Mühlen, Wasserbauten, Hausgiebel, Wandpartien, Außenlauben, Glockentürm-chen, Holzdecken, Türen und Toren, Luft- und Lichtöffnungen, Brunnen unddergleichen. Mit Taubenschlägen und-häusern greift er ein neuerdings beliebtgewordenes Sondermotiv auf und kann dazu auf mehrfache eigene Spezialerhe-bungen hinweisen ¹). Vieles andere dagegen nimmt sich für den interessiertenLeser in dieser kunterbunten Folge eher skurril und merkwürdig aus: einMusikpavillon in Laubsägemanier z. B. aus dem Burgenland im Kurpark vonSauerbrunn steht neben dem schlichten Schichtturm" am Knappenberg beiHüttenberg in Kärnten; Stadelmalerei aus dem Innviertel neben Pinzgauer Paar-höfen, das Holzdach der Stiegen zur Frauenburg bei Unzmarkt neben dem Bild-stock vor einem Sterzinger Bürgerhaus. Man fragt sich: wie gehört das eigentlich,wie paẞt es zusammen? Dazu kommt, daß hier vieles recht oberflächlich, wo nichtgar unrichtig gesehen wird: der oststeirische Mehrseithof bei Vorau ist gewiß keine,, Sonderform eines Einhofes, entstanden aus einem Paarhof( S. 28); imBlochstadel des Ringhofes aus Mooswald bei Fresach/ Kärnten erfolgt die Futter-bringung just nicht ,, vom Obergeschoß, durch Wurflöcher", sondern über einen

¹) Siehe jetzt etwa Otto Swoboda, Österreichische Taubenkobel.( Volkskunst- Zeitschrift für Sachkultur I/ 2 München 1978, S. 137-141)( mitweiterer Literatur).

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