Jahrgang 
82 (1979) / N.S. 33
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Heck) und Franz Lipp 12) über das oberösterreichische Bauernhauserscheint der Innviertler Vierseithof stets als eigenständige Hofform. Die Kenntnisüber den Umfang der westlichen Ausbreitung des Vierseithofes in Niederbayernverdanken wir insbesonders den Forschungen von Torsten Gebhard ¹³),nachdem Arthur Haberlandt in einer ersten europäischen Hofformenkarteden Vierseithof in großen Zügen kartographisch fixiert hatte 14). Aufösterreichischer Seite wurde der Grenzverlauf nach Auswertung der Katasterplänezuletzt im Österreichischen Volkskundeatlas sichtbar gemacht 15).

Von der Volkskunde ermuntert lagen diese Arbeiten zunächst vorwiegend inden Händen der Ingenieure und Architekten. Sehr früh begannen die Höfe aberauch die Aufmerksamkeit der Künstler und Heimatpfleger zu erregen. WichtigeTeile der Gebäude tragen bzw. trugen farbige Verzierungen und lockten zurWiedergabe. So begann der in Osternberg bei Braunau lebende Maler Hugo vonPreen( 1854-1941) schon 1884 die verschiedenen Motive an den Balkenköpfender Blockbauten, an den Windbrettern und-laden, am Schrot( Balkon) und an denStaubläden( Dachvorsprung), an Fenster- und Türumrahmungen und an den Torender gewaltigen Ständerbauten( Stadel) mit dem Pinsel festzuhalten 16). Durch dieseTätigkeit kam Hugo von Preen in Kontakt mit Marie Andree- Eysn, die ihn inseiner Tätigkeit bestärkte und ihn in eine volkskundliche Richtung drängte. Erbegann zu sammeln und besaẞ bald eine erlesene Kollektion von Innviertler Volks-gut, die er jedoch, da sich im Land noch keine Interessenten fanden, an das Volks-kundemuseum in Berlin verkaufte. Für das Braunauer Heimathaus, das er 1917gründete, legte er später eine zweite Sammlung an. Um in der Öffentlichkeit

11) Rudolf Heckl, Oberösterreichische Baufibel, Salzburg 1949

Ders., Die Landschaften Oberösterreichs im Spiegel des Bauernhauses.( Mitt. d. Geogr. Gesellschaft Wien, Bd. 91, S. 21ff., Wien 1949)

12) Franz Lipp, Oberösterreichische Stuben. Bäuerliche und bürgerlicheInnenräume, Möbel und Hausgerät, Linz 1966

13) Torsten Gebhard, Wegweiser zur Bauernhausforschung in Bayern,München 1957

Ders., Der Bauernhof in Bayern, München 1975, 1. Aufl.

14) Arthur Haberlandt, Die Bauernhausformen im deutschen Volks-gebiete.( Wiener Zeitschr. f. Volkskunde, 31. Jg., Wien 1926)

15) Historische Gehöfteformen. Österr. Volkskundeatlas, 6. Lfg.( 1977),Bl. 96. Entwurf und Bearbeitung: I. Kretschmer und E. Tomasi. Arbeits-unterlagen: A. Klaar. Dazu: Elisabeth Tomasi, Ländliche Siedlung- Bibliographie,Kommentar zu Bll. 92-98.

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16) Eugenie Hanreich, Bauernhausverzierung Stadelmalerei- bemalteHolzarchitektur. Zur Geschichte eines Materials aus dem Innviertel. Festschrift fürFranz C. Lipp, Wien 1978, S. 169

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