Jahrgang 
82 (1979) / N.S. 33
Einzelbild herunterladen
 

6 verschiedene Formtypen aus. Danach bilden Save und Kulpa deutlich die Süd-grenze der pannonischen, sehr unterschiedlich ausgestalteten Dachstollentruhen.Istriens Binnenland bildet eine eigenständge Truhenlandschaft( mit Hinweis auf dieTschitschen). Das kroatische Küstenland, Dalmatien und Bosnien kennen solcheMöbel offenbar nicht; erst der Süden( Serbien, Makedonien, Herzegowina) ist nachdieser Karte wieder belegt und für einen einheitlichen Truhentyp mit flachem Deckelohne Seitakroterien ausgewiesen. Da sich aber gerade hier weitere Zentren der Her-stellung solcher Truhen und deren spezielle Zurichtung als Brotbacktruhe mit ge-trennten Innenräumen( ,, naćve) nachweisen lassen, wäre eine weitere und genauereDurchforschung dieser Bestände noch wünschenswert, denn gerade sie bieten For-mengut, das für die große jugoslawische Truhenlandschaft besonders kennzeich-nend und eigentlich einzigartig zu sein scheint. Vlasta Domaćinović gebührt jeden-falls das große Verdienst, in den reich und mannigfaltig gegliederten Volkskulturenihres Landes zu einer solchen ersten genaueren Übersicht vorgestoßen zu sein unddamit auch für die europäische Vergleichsforschung eine empfindliche Lücke aus-gefüllt zu haben.

Oskar Moser, Graz

SELMECZI KOVÁCS ATTILA, Csürös építkezés és gazdálkodásészak- magyarországon( Scheunenbau und Scheunenwirtschaft inNordungarn).(= Müveltség és Hagyomány- Studia ethnologica Hungariae etcentralis ac orientalis Europae XVIII). Debrecen 1976. 171 Seiten, 83 Ab-bildungen( Fotos und Zeichnungen), Literaturverzeichnis, ausführl. deutscheZusammenfassung.

Um es gleich vorweg zu vermerken: Diese umsichtig und sorgfältig gearbeiteteUntersuchung des Scheunenwesens von 52 Orten des nordungarischen Mátra- undBükkgebirges bedeutet für die vergleichende Siedlungs- und Hausbauforschungeinen großen Gewinn. Sie erschien in der von Béla Gunda geleiteten Reihe ,, Kulturund Tradition", dem Jahrbuch des Ethnologischen Instituts der Universität Debre-cen, in dem bereits zahlreiche grundlegende Beiträge zur Haus- und Realienfor-schung Ungarns, insbesondere Nord- und Ostungarns, veröffentlicht worden sind.

Das heutige Ungarn zählt samt den anschließenden Vorländern der Nord-karpaten zu den wichtigsten südöstlichen Randgebieten der zentraleuropäischenScheunenwirtschaft. Als deren typische Einrichtung kennzeichnen dreigliedrigeQuerscheunen mit Dreschtenne einerseits weite Teile Westungarns( Transdanu-bien), während andererseits die Bergländer und Beckenlandschaften im innerennördlichen Karpatenbogen bis vor kurzem ein stärker differenziertes Scheunenwesenaufweisen, das mit seinen stattlichen Holzbauten bereits wenige Kilometer außerhalbvon Kronstadt/ Brašov in Siebenbürgen( Rumänien) hervortritt, wenn man etwa ausdem Süden Munteniens über die Karpaten kommt. Die ungarische Forschung hatsich nun mit diesen wechselvollen und offenbar vielschichtigen Scheunenanlagen ver-

1) Eine gute Übersicht zur ungarischen Scheunenforschung bot bereits vorzehn Jahren Jenö Barabás, Scheunen auf ungarischem Sprachgebiet. In: Deut-sches Jahrbuch für Volkskunde 13( Berlin 1967), S. 1-15( mit instruktiven Kartenzur Groẞverbreitung und mit wichtigen Literaturzusammenfassungen).

133