Jahrgang 
82 (1979) / N.S. 33
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den jüngeren geschreinerten Möbeln als gehackte Truhen eine zimmermanns-mäßige Spundwerkkonstruktion, vielfach auch dachförmige Deckelverschlüsse auf-weisen. An dieser Frühform von Behältnismöbeln hatten oder haben fast alle euro-päischen Völker ihren Anteil. Ihre genauere Feststellung und Erforschung gelangbisher freilich nicht durchwegs in gleicher oder ausreichender Weise; vielfach bliebsie infolge der sehr verschiedenartigen Sachüberlieferung auf Einzelhinweise oderkleinräumige Untersuchungen beschränkt, so daß tragfähige Übersichten äußerstschwer zu erarbeiten waren.

So gesehen, wird man diese umsichtige und wohlausgestattete Untersuchungder Stollentruhen Jugoslawiens besonders begrüßen. Zweifellos war die Verfasseringut beraten, als sie- offenbar ausgehend von dem reichen und besonders schönenMaterial Sloweniens und der Baranja sich zu dieser erstmaligen Darstellung des

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Gegenstandes auf dem Gesamtgebiet Jugoslawiens entschloß( S. 9), von dem sie mitRecht sagt, daß dieses ,, ein wesentlicher Bestandteil jenes großen europäischen Kul-turbereiches darstellt, wo solche Stollentruhen bekannt sind und z. T. heute noch un-mittelbar verwendet werden( S. 39).

Vlasta Domaćinović geht aus von den konstruktiven Besonderheiten solcherTruhen, aus deren Arten der Deckelkonstruktion sie drei Grundformen ableitet:1. Dachtruhen mit hornförmigen Eckakroterien an den Deckelwangen, 2. solcheohne Eckfortsätze und 3. Stollentruhen mit Flachdeckel, von denen sie 4. die be-sonderen Mehl- und Backtruhen und 5. die Getreideschreine nach funktionellenGesichtspunkten absondert( S. 14-19). Sie behandelt sondann Vorkommen undVerbreitung solcher Truhen in Jugoslawien; ferner deren verschiedene Arten derAuszier, wobei der linearornamentale Furchenschnitt bei weitem überwiegt und nurim Süden( Kosovo- Gebiet, Makedonien) zusätzlich eine farbige Aufhöhung in Hell-Dunkel erfährt. Es folgt die Besprechung der ungemein vielfältigen Nomenklatur mit20 verschiedenen Bezeichnungen solcher Truhen in Jugoslawien und die ihrer ver-schiedenen Verwendung als Kleider-, Korn- oder Mehltruhen. Wichtig sind fernerdie Hinweise auf verschiedene Herstellungszentren in Slowenien, Istrien und Kroa-tien, wobie namentlich hier zwei Arten der Spalttechnik von Truhenhölzern festge-stellt werden: radiale Ausspaltung ähnlich unserer Schindelgewinnung( z. B. in Kuče,Kraševac) und tangentiale Spaltung der Stockhälften( in Vaška). Hier gebrauchteman 3 bis 5 Tafeln je Wandfläche, in Kuče 2 bis 3 und in Kraševac 4 Tafeln für Vor-der- und Rückseite, 3 bis 4 Tafeln für die Seitenwände. Verwendet wurde durchwegsBuchenholz.

Der nächste Abschnitt dient dem Nachweis von Vorkommen und Geschichtesolcher Stollentruhen außerhalb Jugoslawien. Hier sind der Verfasserin freilichmanche wichtige neuere Publikationen aus Skandinavien( S. Erixon, Gösta Berg),Belgien( J. Weyns), Deutschland( W. Ottenjan, B. Denecke, H. Appuhn u. a.), derSchweiz( Chr. Simonett, W. Trachsler) oder für die gesamte Romania( Fr. Krüger)unzugänglich geblieben; auch Ostmitteleuropa ist etwas ungleichgewichtig vertreten,besonders gut erfreulicherweise die polnische Möbelforschung dieser Sparte( K. Moszyński, Roman Reinfuss, Drahomíra Stránská).

Sehr nützlich ist schließlich die Beigabe einer Gesamtverbreitungskarte dieserTruhen in Jugoslawien, in die 270 Ortsbelege eingearbeitet sind, die außerdem genauregistriert sind( S. 54-63); die 11 Fächererhebungen( a- k) der Kartenzeichnungscheinen dagegen Fehlanzeigen eingebracht zu haben. Die Karte gliedert denerhobenen Truhenbestand nach Konstruktion und Zuschnitt der Deckelwangen in

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