Seligen bei uns gegeben. Seit der Übertragung der Reliquien im Jahre 1621 hat sichseine Verehrung allseits verstärkt, aber erst im 18. Jahrhundert wurde vor allem inder Diözese Trier sein Fest allgemein gefeiert. Die Truhe von 1780 geht wohl aufdiesen letzten Aufschwung der Verehrung des sel. Wernher zurück. Später wurdeseine Verehrung wie die so mancher anderer angeblicher Ritualmordopfer starkzurückgedrängt. 1963 wurde sie offiziell überhaupt abgeschafft.
Solche und ähnliche ikonographische Probleme gibt es also auch innerhalb derBauernmöbelforschung. Es ist sehr schön, daß die stoffreiche Ausstellung FranzLipps nun auch dafür wieder Anschauungsmaterial bietet. Das sehr wichtige, nochimmer viel zu wenig bearbeitete Gebiet des bemalten Möbels wird dadurch einmalmehr in den Vordergrund des Interesses gerückt.
Torsten Gebhard 70 Jahre
Leopold Schmidt
Am 12. März 1979 hat Generalkonservator i. R. Univ.- Prof. Dr. TorstenGebhard in München seinen 70. Geburtstag gefeiert. Das hochgeschätzte korres-pondierende Mitglied auch unseres Vereines hat für die Volkskunde in seinem Amt,dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ebenso wie an der Universität undnicht zuletzt als Leiter des Institutes für Volkskunde bei der HistorischenKommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sehr viel geleistet. Wersein lebenslanges Wirken nicht verfolgt hat, kann sich jetzt sehr gut darüber orien-tieren. Sein Mitarbeiter auf dem Gebiet der bäuerlichen Arbeitsgeräteforschung,Dr. Helmut Sperber, hat nämlich eine sehr gute„ Bibliographie TorstenGebhard zusammengestellt, die unter dem Obertitel ,, Sachkulturforschung" alsBd. 4 der ,, Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte“ in Münchenund Würzburg soeben erschienen ist( 1 Porträt und 116 Seiten). Die Einleitungenhaben der derzeitige Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege,Michael Petzet, der Linzer Professor und Museumsdirektor, Franz J. Lipp undder Würzburger Professor Wolfgang Brückner beigesteuert, wobei Lipp auf dieErforschung und Pflege der bayerisch- süddeutschen Sachkultur durch Gebhardbesonders eingegangen ist und Brückner auf die zahlreichen Arbeiten Gebhards zurreligiösen Volkskunst. So hat sich, mit den 792 Nummern der Bibliographie zu-sammen, eine vorzügliche Übersicht ergeben, die übrigens durch ein gegliedertesRegister aufgeschlüsselt erscheint, was man angesichts der Vielfalt der Veröffent-lichungen des Jubilars dankbar begrüßen wird.
Konrad Strauß †
Leopold Schmidt
Sehr verspätet kommt uns die Nachricht zu, daß der Münchner Kunsthistorikerund Kunstsammler Dr. Konrad Strauß im Vorjahr gestorben ist. Keramiksammlungund Bibliothek des hervorragenden Kenners sind ab 16. März 1979 bei Neumeister inMünchen versteigert worden. Der Erlös der Kollektion soll gemeinnützigenZwecken zugutekommen, insbesondere Stipendien für Kunststudenten dienen. ¹)
¹) Süddeutsche Zeitung Nr. 61 vom 14. III. 1979, S. 36.
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