Jahrgang 
82 (1979) / N.S. 33
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und ihren Ehepaar- Bildnissen davon weiter abstehen, ist eher verständlich. DieQuellen für die besonders reiche Bemalung der Möbel von Gunskirchen und vonOffenhausen müssen wohl erst noch erschlossen werden. An sich hat dort RudolfMoser als ungemein fleißiger Lokalforscher ja den Möbelbestand geradezu vorbild-lich erhoben und der Musealverein Wels seine Studien reichbebildert erfreulicher-weise auch vorgelegt.³) Franz Lipp hat selbstverständlich diese Arbeiten bereits ein-bezogen und kann also die Meister Matthias Huebmer in Hagenberg bei Lambachwie den Urban Humer in Offenhausen ausführlicher würdigen, ähnlich wie denGeorg Breitwieser, ebenfalls in Offenhausen. Zu mancher anderen Werkstatt, bei-spielsweise jener des Meisters der, Gimpl- Kästen fehlen dagegen noch die biogra-phischen Erläuterungen.

Die knappe, aber sehr gehaltvolle Einleitung des Kataloges dieser Ausstellungbietet also schon sehr viel, und die Katalogangaben zu 78 Objekten sind ebenfallsausführlich. Eine beachtliche Anzahl von zum Teil farbigen Bildern unterstützt dieAnschaulichkeit. Da kann man sich beispielsweise doch unter den ,, Dreigesichtern"des Traunviertler ,, Bildniskastens"( Nr. 47) etwas vorstellen, auf dessen unteren Fel-dern die üblichen Hochzeitsblumen aus einem dreigesichtigen Schädel aufwachsen:Eine klassizistische Jugend- Manneszeit- Greisenalter- Darstellung, die wohl auf einezeitgenössische, biedermeierliche Graphik zurückgehen dürfte. Unter den Möbelnmit Heiligendarstellungen fällt Nr. 16, die ,, Wernerus- Truhe" aus dem Raum Lam-bach um 1780 auf. Lipp schreibt dazu nur knapp: ,, Der heilige Wernerus ist ein sel-tener und ungewöhnlicher Namenspatron in Oberösterreich. Seiner Darstellungnach muß es sich um einen Landmann gehandelt haben, der den Märtyrertod erlitt."Tatsächlich handelt es sich da um eine für unsere Landschaften seltene Verehrung,nämlich um die des sel. Werner von Oberwesel, bzw. Bacharach, der im Jahr 1287einem Ritualmord zum Opfer gefallen sein soll.*) Die herrliche gotische Kirche, dieseinem Andenken geweiht ist, grüßt heute noch weithin über den Rhein.³) Arbeits-geräte wurden ihm als Attribute beigegeben, weil er als Bauer- oder Winzerknabeaufgefaßt wurde; daher er denn auch in der kleinen Reihe der, Spatenheiligen" auf-scheint.) In Südostfrankreich wurde er seit der Überführung seiner Reliquien nachBesançon mehr als Winzerpatron verehrt, dem vor allem das Winzermesser beige-geben wurde.) Im Mittelalter hat es wohl keine Verehrung dieses unkanonisierten

3) Rudolf Moser, Werkstätten bemalter Bauernmöbel im Umkreis vonWels( Teil I und II im 19. und 20. Jahrbuch des Musealvereines Wels,1973/74/75/76, S. 81 ff. und 133 ff.). Teil III im 21. Jahrbuch des MusealvereinesWels, 1977/78, S. 123-230 mit 59 Abb.

4) E. Iserloh, Art. Werner von Oberwesel( Lexikon für Theologie undKirche, 2. Aufl. Bd. 10, Freiburg 1965, Sp. 1055 f.)

5) Richard Klapheck, Eine Kunstreise auf dem Rhein von Mainz bis zurholländischen Grenze. Bd. I, Mittelrhein. 2. Aufl. Düsseldorf 1928. S. 109 f. undAbb. S. 109 und 112.

6) Leopold Schmidt, Spaten- Forschungen. Zu einigen Arbeitsgeräten desfrühen Ackerbaues( Archiv für Völkerkunde, Bd. VIII, Wien 1953, S. 125).

7) Alois Thomas, Art. Werner( Vernier, Verny) von Oberwesel( vonBacharach)( Lexikon der christlichen Ikonographie, begründet von Engelbert Kirch-baum, geleitet von Wolfgang Braunfels, Bd. 8, Freiburg 1976, Sp. 600).

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