Jahrgang 
82 (1979) / N.S. 33
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große Verehrungswelle für das Blutmadonnenbild eingeleitet. Filiati-onen des Blutmadonnenkultes wurden um 1700 im süddeutsch- öster-reichischen Raum geschaffen und griffen auf den nahen slawischenOsten der Slowakei und Polens und in den slowenischen Raum über. 17)In Kärnten sind Maria- Steinwurf- Bilder in Griffen und in Arnoldsteinerhalten. 18) Bereits zwei Jahre nach dem Blutwunder in Klattau erfolgtedie erste Erwähnung eines Blutmadonnenbildes in einem KlagenfurterInventar: Der Bürger und Rauchfangkehrer Paul Roth hinterließ 1687seinen Erben u. a. auch ein als groß unser Lieben frauen Stainwurff"bezeichnetes Bild, dessen Wert im Inventar mit 1 fl angegeben wird. 19)1699 werden zwei weitere Maria- Steinwurf- Bilder in den Inventaren

der Kaufleute Joseph Wilhelm Waller 20) und Johann Baptist Roth 21)genannt. Im 18. Jahrhundert sind Blutmadonnenbilder nur dreimal,1700 im Nachlaßinventar des Weißgerbers Jacob Grittner als ,, 1 altesBildt Unsere Liebe frau mit dem Stainwurf im Wert von 40 x²²), 1720im Vermögensinventar des Handelsmannes- Lienhardt- Leibl als ,, 1 bild-nuẞ Maria Steinwurff im Wert von 4 fl) und 1780 als ein ,, grossesfrauen bildt Maria Steinwurf vorstellend" im Wert von 12 xr im Inven-tar der Theresia Krainer belegt. 24)

Das nach der Legende vom ländlichen Maler Stefan Páp 1676 ge-malte Gnadenbild Maria Pötsch, ikonographisch eine halbfigurigeHodegetria, gelangte durch Schenkung in die griechisch- katholischeKirche in Pocs in Podkarpathien, die ehemals dem Komitat Szabols,Erzdiözese Erlau, in Oberungarn angehörte. Nach dem Tränenwundervom 4. 2. bis 8. 12. 1696 und den bald einsetzenden Bekehrungen undHeilungen kam das Bild 1697 auf Wunsch- Leopold I. nach Wien, wo esseit dem 1. 12. 1697 im Stephansdom ausgestellt ist. Das vor allemwegen seiner Hilfe bei Feindesgefahr verehrte Bild wurde nach dem ihmzugeschriebenen Sieg bei Zenta( 11. 9. 1697) zum Stadt- und Staats-heiligtum. Seit etwa 1700 scheint sich jedoch die Verehrung von MariaPötsch durch die Hilfe bei Pestgefahr zu motivieren. 25) Kopien des

17) Ebd., S. 100 f.

18) Ebd., S. 98.19) MCXXXIX Nr. 79.20) MCLIII Nr. 10.21) MCXXXIX Nr. 79.22) MCVIII Nr. 95.

23) MCXXII Nr. 39.

MCXVIII Nr. 143.

25) Hans Aurenhammer, Die Mariengnadenbilder Wiens und Nieder-österreichs in der Barockzeit. Der Wandel ihrer Ikonographie und ihrer Verehrung.(= Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde. Bd. 8.)Wien 1956, S. 84 f.

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