Die Bilder im Klagenfurter Bürgerhaus
des 18. Jahrhunderts
( Mit 2 Abbildungen)
Von Ilse Koschier
Als kulturhistorische Quellen sind die Verlassenschaftsinventarevon großer Bedeutung. Sie bilden als mit amtlicher Genauigkeit ge-führte Aufzeichnungen der gesamten Hinterlassenschaft verstorbenerBürger und Bürgerinnen eine aufschlußreiche Urkundensammlung undwurden daher wiederholt für die verschiedensten volkskundlichen Teil-bereiche, vor allem für die Trachten-, die Geräte- und die Möbelfor-schung ausgewertet.
Im folgenden soll nun versucht werden, an Hand der Bestände desStadtarchives Klagenfurt ¹) die in den Klagenfurter Bürgerhäusern des18. Jahrhunderts vorhanden gewesenen Bilder darzustellen. Die Ver-laẞakten der einzelnen Bürger sind unter 1797 Nummern in alphabe-tischer Reihenfolge nach Familiennamen geordnet, wurden zwischen1550 und 1823 angelegt und enthalten aus dem 17. Jahrhundert 56 undaus dem 18. Jahrhundert 268 Inventare mit für die vorliegende Unter-suchung auswertbaren Notizen.
Die einzelnen Inventare geben zumeist nur knappe Angaben überdie Anzahl, Größe, Material, Technik und den Wert der Bilder sowieüber das für die Erfassung der Ikonographie so wichtige Bildthema.Bilder mit geringem Schätzwert, vor allem die zahlreichen Erzeugnissepopulärer Druckgraphik sind nicht einzeln angeführt und sind daherauch für eine Bestandsaufnahme von geringerer Bedeutung. So warenz. B. nach dem Ableben des Pongraz Sammernigg, Verwandten desInneren Rats, 1748 in dem in der St. Veiter Vorstadt gelegenen Meier-hof 48 nicht näher beschriebene ,, Pappierene Biltl in Metall VergultenRämln" im Wert von insgesamt 1 fl 36 x vorhanden.²) Der bürgerlicheRiemermeister Anton Stokher hinterließ 1749 sogar 67 papierene, inMetallrahmen gefaßte Bilder, deren Wert ebenfalls 2 x pro Stück be-trug.³) Die 1725 im Nachlaß des bürgerlichen Weinschenken Franz
¹) Kärntner- Landesarchiv: Inventare und Testamente im Stadtarchiv Klagen-furt, Faszikel MC- MCLVI.
2) MCXL Nr. 20.
3) MCXLVI Nr. 226.
3