Oskar Moser 65 Jahre
Der ordentliche Professor für Volkskunde an der Universität Graz,Dr. Oskar Moser, Träger der Michael Haberlandt- Medaille des Ver-eines für Volkskunde, ist am 20. Jänner 1979 fünfundsechzig Jahre altgeworden. Seit Jahrzehnten ist Prof. Moser nicht nur tätiges Mitgliedunseres Vereines, sondern auch Mitherausgeber dieser Zeitschrift. Esziemt sich daher, ihm zu seinem Geburtstag ein Heft dieser Zeitschrift zuwidmen, an der er so viel und so oft mitgewirkt hat. Eine eigene Fest-schrift hat Oskar Moser erfreulicherweise zu seinem 60. Geburtstag be-kommen, Franz Koschier hat ihm damals 1974 den schönen Band als,, Beiträge zur Volkskunde Kärntens“(= Kärntner Museumsschriften,Bd. 55) zugeeignet.
Oskar Moser, einstmals Schüler von Viktor von Geramb und vonKarl Polheim wie einige der wichtigsten Vertreter der Volkskunde inSteiermark und Kärnten, hat es beruflich nicht leicht gehabt. Sein Weghätte wohl am ehesten zum hauptberuflichen Museumsbeamten ge-führt: Er ist wohl Museumsmann, aber immer nur ehrenamtlich, ge-wesen, und hat für das Landesmuseum für Kärnten wie für das KärntnerFreilichtmuseum viel getan. Das vor allem, weil Moser sich zwar seitseiner Studienzeit immer der Volkskunde als ganzer Disziplin gewidmethat, aber doch bestimmten Gebieten, vor allem der Bauernhausfor-schung und der Arbeitsgeräteforschung, besonders hingegeben hat. Erist im Lauf der Jahrzehnte nach einer sehr gewissenhaften Lehr- und-Lernzeit in Kärnten zu einem der ganz wenigen und wahrhaftig führen-den Bauernhausforscher geworden. Die konstruktiven Details dervielen so verschiedenen Hausformen sind ihm ebenso wesentliches An-liegen wie ihre archivalische Bezeugung und deren sprachliche Aus-wertung. Oskar Moser ist auf allen seinen Gebieten niemals ein- Lieb-haber, nicht im entferntesten ein nur angelernter Kenner gewesen, son-dern hat die Erscheinungen seines Gebietes als vollgültiger Fachmannzu erfassen gesucht. Eine beträchtliche Anzahl von Veröffentlichungenbezeugt diese seine Einstellung, bezeugt aber auch, daß er den Dingennicht nur mit fachlichem Können, sondern auch mit großer photogra-phischer und zeichnerischer Hingabe auf den Grund gehen konnte undkann. Oskar Moser hat sich persönlich ein Photo- Archiv geschaffen, daszu den größten in unseren- Ländern überhaupt gehören dürfte. Darüberhinaus hat er durch eine beträchtliche Sprachenkenntnis Moser istnicht nur Germanist, sondern auch Romanist die Bauernhausliteraturder verschiedenen europäischen Landschaften intensiv aufgearbeitet,
ww
-
1