Würzburg"( Würzburg 1954) fachlich wohlbekannt, hat hier besonders„ HistorischeFischbilder in Graphik und Malerei" aber auch in der Plastik und im Zunftzeichengesammelt und mit großer Vollständigkeit beschrieben und abgebildet. Es sind ganzerstaunliche Stücke darunter, etwa die Fischbilder auf Flugblättern wie jenes nord-deutsche von 1597, das deutlich zwei kämpfende Geharnischte auf einem„ Herings-artigen" zeigt( Abb. 4). Vielleicht, wollen wir mit Brod schließen, handelt es sich umeinen Hinweis um den Kampf gegen die Türken und die Wiedereroberung von Raabin eben jenem Jahr. Man sieht, daß diese sonst ja kaum greifbaren Bildzeugnissenicht nur den Fischliebhaber, sondern auch den Kulturhistoriker interessieren kön-nen. Eine schöne Gegenleistung zu unserer alten Ausstellung„ Volkskunst im Zei-chen der Fische", die wir 1975 im Stift Geras zeigen konnten. Walter M. Brod beziehtsich freundlicherweise auch mehrfach auf den Katalog jener Ausstellung.
Leopold Schmidt
Lambert Grasmann, Vilsbiburg in alten Ansichten. Die bauliche Entwick-lung 1860-1930. Querformat, 148 Seiten, mit 96 Abb. im Text. Regensburg 1980,Verlag Friedrich Pustet.
Die neue Zuwendung zur landschaftlichen, ja örtlichen Vergangenheit hat esmit sich gebracht, daß eine beständig steigende Zahl von Märkten und StädtenBücher über ihre alten Ortsansichten herausbringt. Meist handelt es sich um Samm-lungen von alten Ansichtskarten, wie man sie noch vor kurzem kaum gewürdigt hat,die sich im Flohmarkt- Zeitalter nun steigender Beliebtheit erfreuen.
Wenn zwei landschaftliche Kenner wie Fritz Markmiller und Lambert Gras-mann sich an derartige Unternehmungen machen, sehen sie selbstverständlich vielbesser aus. Grasmann hat sich als geschulter Archivar an die jüngere Geschichte vonVilsbiburg gemacht, der ostbayrischen Stadt unter der weithin bekannten Mariahilf-Wallfahrtskirche. Markmiller hat den Band in seine Reihe„ Ostbayern im 19. Jahr-hundert. Kultur und Volk" aufgenommen, und so freut man sich, ein gediegenesWerk zu besitzen und künftig nützen zu können. Bau- und Besitzgeschichte der ein-zelnen Häuser wie der Wandel im Baubestand ganzer Komplexe wie vor allem desStadtplatzes werden genau dargetan. Das bisher doch zu wenig berücksichtigte„ Ost-bayern", das Land an Vils und Rott, wird durch solche Bucherscheinungen uns wie-der nähergebracht.
Leopold Schmidt
Christa Hinze und Ulf Diederichs,( Hg.), Fränkische Sagen. 320 Seiten mit100 Abb., Köln 1980, Eugen Diederichs Verlag. DM 29,50.
Wer nicht über die guten alten Sagensammlungen aus dem bayerischen, badi-schen und hessischen Frankenland verfügt, also etwa Baader( 1851), Bechstein( 1842), Karl Brückner( 1921), Emil Grimm( 1913), Herrlein( 1851), Friedrich Panzer( 1848/1855), Heinrich Pröhle( 1879) und dazu noch den Schönwerth wie denSchöppner, den Wolf und den Wucke und wie sie alle heißen, wer alle diese meist
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