Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Heinz Wintermantel, Hoorig, hoorig isch die Katz. Masken und Narren derschwäbisch- alemannischen Fasnacht. 290 Seiten, mit zahlreichen farbigenAbb. und Strichzeichnungen im Text. Stuttgart und Aalen 1978, Konrad TheiẞVerlag.

Herbert Schwedt( Hg.), Analyse eines Stadtfestes. Die Mainzer Fast-nacht. Hg. von der volkskundlichen Forschungsgruppe Mainzer Fastnacht(= Mainzer Studien zur Sprach- und Volksforschung, Bd. 1) 393 Seiten, mit Dia-grammen im Text. Wiesbaden 1977, Franz Steiner Verlag GmbH. DM 28,-.

Max Matter( Hg.), Rheinischer Karneval(= Rheinisches Jahrbuch für Volks-kunde, Bd. 23) 221 Seiten, mit 14 Abb., Bonn 1978, Ferd. Dümmlers Verlag.DM 28,-

Otto Koenig, Klaubaufgehen. Ein Maskenbrauch in Osttirol und derGastein.(= Wegweiser zur Völkerkunde, Heft 24) 89 Seiten, 30 Abb. aufTafeln. Hamburg 1980, Hamburgisches Museum für Völkerkunde.

Die Maskenforschung hat nach den Ansätzen in Bayern und Österreich in derMitte unseres Jahrhunderts besonders im deutschen Südwesten bedeutende För-derung erfahren. Sowohl die Teilnahme von wissenschaftlichen Instituten, beson-ders dem Institut für Volkskunde an der Universität Tübingen, wie die Aufmerk-samkeit der Rundfunkleute, also in Baden- Württemberg vor allem die des nunmehrdahingegangenen Wilhelm Kutter in Stuttgart, und schließlich auch das Interesseder wissenschaftlichen Kinematographie, sie alle haben zusammen mit verschiede-nen Einzelforschern in diesem Hauptgebiet besonders der Fastnachtsmaskierungviele Studien gefördert und auch zu guten Teilen erscheinen lassen. Außer Seminar-arbeiten, Vorträgen und Dissertationen sind in den letzten Jahren auch umfangrei-chere Bücher erschienen, die sich dieser Vorarbeiten bedienen konnten.

Unter ihnen stellt der stattliche, gut illustrierte Band von Heinz Winter-mantel eine schöne Fortsetzung der Veröffentlichungen von Hermann Eris Busse,Johannes Künzig und Wilhelm Kutter dar. Es geht praktisch um die farbphotogra-phische Dokumentation all dieser Gestalten, von der Grötzinger Hottscheck-Hexe" bis zum Owinger Hänsele". Die noch bekannten Schnitzer dieser Maskenwerden nicht vergessen, ihr Stammland durch einen Geographischen Führer durchden Bildteil" aufgeschlüsselt. Vordem in dieser Fülle kaum vorstellbar, nach denvielen fleißigen Studien, auch mit Kamera und Film, ein wohlgeglückter Überblick,und daher praktisch unentbehrlich.

Unter den Mitarbeitern am Tübinger Institut war Herbert Schwedt besondersfür das Maskengebiet tätig. Seine Malerei auf Narrenkleidern"( Stuttgart 1975)bleibt als einer der nützlichsten Beiträge zu dem großen Gesamtthema in Erinne-rung. Seit Schwedt nach Mainz gegangen ist, hat er sich begreiflicherweise auch derdortigen Fastnacht gewidmet, obwohl es sich dabei ja um etwas handelt, das von denMaskenumzügen der alemannisch- schwäbischen Kleinstädte sehr verschieden ist.Schwedt hat deshalb auch den Hauptakzent auf ,, Stadtfest" gelegt, einer in der Bun-desrepublik augenblicklich sehr geläufigen Tendenz folgend. Im vorliegenden Band

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