Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Literatur der Volkskunde

Richard Pittioni, Urzeit. Von etwa 80.000 bis 15 v. Chr. Geb.(= Geschichte Österreichs, Bd. I) 2 Halbbände, davon I/ 1 160 Seiten und 31Abb. auf Tafeln, 1/2 220 Seiten. Wien 1980, Verlag der Österreichischen Akade-mie der Wissenschaften. ÖS 315,- und 245,-.

Das von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Kommission fürdie Geschichte Österreichs, initiierte große Werk setzt nicht wie andere Geschichts-werke erst mit der belegbaren Geschichte des Landes mit diesem Namen ein, son-dern hat auch die Ur- und Frühzeit in ihr Programm miteinbezogen. Dementspre-chend liegt nun hier die Urgeschichte Österreichs vor, als stoffreiche, straffgeführteEinleitung zu allen folgenden Zeiträumen.

Die Urgeschichte war besonders an der Universität Wien stets mit der hierbetriebenen Volkskunde eng verbunden. Seit Hoernes, über Menghin, und bis zuPittioni und ihren Mitarbeitern und Nachfolgern hat sich dieses nachbarschaftlicheVerhältnis bewährt. Und wenn die Umschläge dieses neuesten Werkes von Pittionidas Bild der Kerbhölzer von der Kelchalpe bei Kitzbühel zeigen, so ist die enge Ver-bindung abermals dargetan, womit nichts gegen das zweifellos auch gegebene undgerade durch die Kerbhölzer bezeugte Nahverhältnis zur Wirtschafts- wie zurRechtsgeschichte gesagt werden soll.

Richard Pittioni hat sich mit dem gewaltigen Thema schon seit Jahrzehntenbeschäftigt. Sein mächtiger Band Urgeschichte des österreichischen Raumes" von1954 ist die Grundlage aller weiteren Kenntnis und Forschung geblieben. Im Band1/1 dieses Werkes nun gibt er den knappen Abriß des damals erarbeiteten Gesamt-stoffes, selbstverständlich allenthalben auf den Stand der derzeitigen Forschunggebracht. Ein guter Bildanhang bezeugt, was für jeden Benützer des Werkes beson-ders herausgehoben sein soll. Auch dafür wird der volkskundliche Benützer sicher-lich besonders dankbar sein.

Die große Überraschung aber stellt zweifellos der Band I/ 2 dar, der Anmer-kungen und Exkurse. Mit einer Literaturübersicht über 25 Jahre Urgeschichtsfor-schung in Österreich 1954 bis 1978" bringt, umfangreicher als der Textband ist, undtatsächlich alles eingearbeitet zeigt, was in dem vergangenen Vierteljahrhunderterfaẞbar war. Die eminente Genauigkeit Pittionis wie seine kritische Bewertung der

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