Nun ist Helmut Prasch, reich an Erfolgen und Ehrungen, 70 Jahre alt geworden.Die Kärntner Heimatzeitschriften haben seiner dankbar gedacht. Seine sechs Kin-der aber haben dem Vater eine eigene Festschrift„ Eine Biographie zum 70. Ge-burtstag gewidmet( Großoktav, 46 Seiten, mit zahlreichen Bildern). Das Heftenthält die verschiedensten Würdigungen, und nicht zuletzt eine Bibliographie derVeröffentlichungen Prasch's, also im ganzen eine originelle Lob- und Danksagung,wie sie dem Menschen, Sammler und Heimatmann Helmut Prasch sehr wohlzusteht.
Leopold Schmidt
Landespreise für Volkskunde in Niederösterreich
Am Sonntag, den 26. Oktober 1980, wurden in Neuhofen an der Ybbs die Kul-tur- und Förderungspreise des Landes Niederösterreich 1980 verliehen. Es darf mitbesonderer Freude festgestellt werden, daß in diesem Jahr 1980 die Volkskunde inaußerordentlichem Ausmaß bedacht wurde. Es erhielten nämlich Frau Prof.Dr. Helene Grünn den Kulturpreis für das Fach Volkskunde, Frau Hiltraud Astden Kulturpreis auf dem Gebiete der Wissenschaft, und Herr Direktor Hans HagenHottenroth wurde mit dem Förderungspreis auf dem Gebiete der Volkskundebedacht. Es darf wohl in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, daßder Verein für Volkskunde in Wien den Damen Helene Grünn und Hiltraud Astschon vor Jahren die Michael- Haberlandt- Medaille zuerkannt hat. Die hohe Aner-kennung der Leistungen der Gefeierten durch das Land Niederösterreich ist alsonur sehr zu begrüßen.
Alice Schulte †
Leopold Schmidt
Am 28. April 1980 ist die der Volkskunde im Sinn von Karl von Spieß naheste-hende Frau Professor Alice Schulte im 95. Lebensjahr gestorben. Frau Prof. Schultewurde am 5. August 1885 in Judenburg- Gratwein geboren, studierte Geographieund Geschichte und legte 1909 die Lehramtsprüfung für Mittelschulen ab. 1917unterzog sie sich zusätzlich noch der Gymnasialmatura und wirkte in Salzburgzunächst am Mädchenlyzeum, dann am Realgymnasium und daneben noch alsDozentin für Kunstgeschichte am Mozarteum. Von 1925 an war sie in Wien tätig,zuletzt ab 1940 bis zum Ende ihrer Dienstzeit als Studienrätin an der Lehrerinnen-bildungsanstalt in Wien I. Dort beschäftigte sie sich besonders mit der von Spieẞangeregten Märchenforschung und zwar in angewandter Form, also durch Märchen-aufführungen und Puppenspiele. Alice Schulte war stets von ihrer Tätigkeit sehrerfüllt und ergänzte sie gern auch publizistisch. Zunächst auf dem Gebiet der Kunst-geschichte, dann vor allem hinsichtlich der Märchenforschung und ihrer Auswir-kungen auf die spätantike und mittelalterliche Kunst.
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