Trotzdem kam es, zumindest außerhalb der offiziellen Veranstaltungen, zu einemregen und fruchtbaren Austausch von Forschungsergebnissen, und zu einer Reihevon persönlichen Kontakten, welche allein schon solche Tagungen zur Genügerechtfertigen.
Der schwierigen Aufgabe der Organisation der Konferenz entledigte sich MariaKundegraber mit großem Geschick. Abgesehen von der reibungslosen Gestal-tung des Tagungsablaufes verstand sie es, durch Rahmenveranstaltungen, Führun-gen durch Museen und Exkursionen vor allem den ausländischen Teilnehmern aufliebenswürdigste Art und Weise die Südoststeiermark nahe zu bringen. Für denkulinarischen Teil der Tagung zeichnete Anni Gamerith verantwortlich. Mitüberaus großer Sachkenntnis, durch jahrelange Forschungen auf dem Nahrungssek-tor begründet, stellte sie einen Speiseplan zusammen, der einen Querschnitt durchdie bäuerliche und bürgerliche Küche der Steiermark bot. Man machte Bekannt-schaft mit süßen und sauren Milchsuppen, mit verschiedenen Sterzarten, Schmalz-gebäcken, auf kunstvollste Weise gebacken, und nicht zu vergessen mit dem unver-meidlichen Geselchten. Einheimischer, selbstgebrannter Schnaps und der für dieGegend bekannte Schilcher trugen das ihre zur Förderung des kommunikativenAspekts der Nahrungsforschungstagung bei. Beiden Damen sei hier für ihre Müheder allerherzlichste Dank ausgesprochen.
Nach den in Stainz gemachten Erfahrungen darf man die für 1983 in Münsterangekündigte 5. Konferenz für Ethnologische Nahrungsforschung mit Spannung
erwarten.
Margot Schindler
Bericht über die Ausstellung„ Viticultura en Austria"
in Jerez de la Frontera
In einem ausgedehnten Dreieck, gebildet durch die Flüsse Guadalete und Gua-dalquivir, begrenzt durch den Atlantik und seiner Sherryküste, liegen„ las albari-zas", die Anbauflächen des Jerez oder Sherry.
Nur wenige Kilometer vom Meer entfernt befindet sich die 200.000 Einwohnerzählende andalusische Stadt Jerez de la Frontera. Einmal im Jahr rückt sie in denMittelpunkt nicht nur des lokalen Interesses, wenn im September hier die„, Fiesta dela Vendimia del Sherry", das traditionelle Weinlesefest gefeiert wird. Die Fiesta1980, von kommerziellem und freundschaftlichem Doppelcharakter geprägt, standdiesmal im Zeichen Österreichs. Fünf Tage lang, vom 10. bis 14. September hatteÖsterreich Gelegenheit, sich dem überwiegend andalusischen Publikum vorzustel-len.
Auf dem jahrmarktähnlichen Festgelände hatte die AußenhandelsstelleMadrid der Bundeswirtschaftskammer eine österreichische Wein- und Käsekostorganisiert. Etwas abseits vom Festrummel, im Instituto Nacional de Bachillerato„ Padre Luis Coloma" präsentierte das Österreichische Bundesministerium für Wis-senschaft und Forschung ein neues Verfahren zur Verwertung von Traubentresternfür Energie und Düngung. In demselben Gebäudekomplex waren auch das Öster-
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