meinen flüssig, wenn auch gelegentlich die englisch- amerikanischen Zwischentextedurchscheinen dürften. So etwa, wenn S. 148 u. ö. ein„ Alligator" genannt wird,den es in Indien wohl gar nicht gibt, oder wenn S. 153 u. ö. von„ Sweepern" dieRede ist, ohne deren Tätigkeit zu erläutern. Es gibt mehrere solche Anglizismen,aber sie spielen kaum eine Rolle gegenüber der Fülle guter, verständlichdargebotener Texte, bei denen man sich nur manchmal wundern mag, daß sie sichsprachlich sehr gegenwarts- bundesdeutsch geben, wie in Nr. 31 der ,, Gammler",den man in früheren Übersetzungen wohl anders benannt hätte. Oder, was ja auchmöglich wäre: Wir sind vielleicht sprachlich ein bißchen empfindlich geworden.Leopold Schmidt
Österreichischer Volkskundeatlas. Unter dem Patronat der Österreichischen Aka-demie der Wissenschaften hg. von der Kommission für den Volkskundeatlas inÖsterreich. Geleitet von Richard Wolfram und Ingrid Kretschmer.Lieferungen 4( 1971), 5( 1974) und 6, Teil 1 und 2( 1977/79). Wien, InKommission bei Hermann Böhlaus Nachf. Je S 596,-.
Atlas der schweizerischen Volkskunde. Hg. von der Schweizerischen Gesellschaftfür Volkskunde. Bearbeitet von Richard Weiß †, Paul Geiger †, Wal-ter Escher, Elsbeth Liebl, Arnold Niederer. Zweiter Teil, Liefe-rung 8. Erlenbach- Zürich 1980, sFr 78,-.
Die großen Atlaswerke der Volkskunde, an sich Geschöpfe der dreißiger Jahreunseres Jahrhunderts, werden allmählich fertig, streben ganz deutlich ihrem Endezu. Was die langwierigen Befragungen und Nachbefragungen zu den einzelnenThemen eingebracht haben, wie sie karthographisch auszuwerten waren, was dieKommentatoren zu den einzelnen Fragen und Fragenkomplexen zu sagen hatten,das wird allmählich schaubar, lesbar. Um es gleich zu sagen: Diese Werke sind, so-weit man das überblicken kann, nicht in jeder Hinsicht das geworden, was man sichzunächst von ihnen versprochen haben mag. Vor allem der Hauptzweck: jeweils eineinigermaßen klar umrissenes Problem auf einer Karte seiner Verbreitung nach dar-zustellen, ist einerseits nicht immer erreichbar gewesen, und die Ausführungenhaben dann unter Umständen doch enttäuscht. Die Verbreitung von Heugabeln oderauch von Dreschflegeln in ihren nicht sehr unterschiedlichen Formen konnte gewißdargestellt werden, aber nur wenige spezielle Benützer werden davon einen tatsäch-lichen Gewinn haben. Umgekehrt haben sich manche Erscheinungen, die wir augen-blicklich als ,, Gegenwartsvolkskunde“ betrachten, den Umständen dieser Gegen-wart entsprechend, also etwa der Verbreitung durch die gedruckten und gesendetenmedien vor allem, so rasch ausgebreitet, daß jede Karte im Augenblick des Er-scheinenens schon veraltet anmutet.
Dennoch wird man diese ehrlichen Versuche, vor allem wenn sie sich auf derBasis der Ersterhebungen des jeweiligen Atlas- Unternehmens bewegen, durchaushoch schätzen. Vielleicht ist das schweizerische Unternehmen hier beispielhaft. Manist bei den Erstbefragungen durch die ,, Exploratoren" geblieben, hat deren Ergeb-nisse auf die Karte eingetragen, und in den Kommentatoren ausgewertet, oft mit
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