Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Das reichhaltige, wenn auch sicherlich in mancher Hinsicht etwas einseitigeBuch erscheint durch die englische Ausgabe gut zugänglich. Eine deutsche Aus-gabe müẞte wohl nach den reichsdeutschen, schweizerischen und österreichischenBeständen noch beträchtlich ergänzt werden. An sich wäre eine solche erweiterteNeuausgabe ja sicherlich wünschenswert.

Leopold Schmidt

Nils- Arvid Bringéus( Hg.), Arbete och redskap. Materiell folkkultur svensk landsbygd för industrialismen.(= Handböcker i Etnologi, Bd. 2),416 Seiten, mit zahlreichen Abb. und Kartenskizzen. Lund 1979, LiberLäro-medel. Kr 109,-.

Die solide schwedische Volkskunde hat die Sachforschung immer sehrintensiv betrieben. Wenn Nils- Arvid Bringéus hier in Zusammenarbeit mit GöranRosander, Phebe Fjellström, Mátyás Szabó, Gösta Berg, Nils Nilsson, JonasFrykman, Maj Nodermann, Gertrud Grenander- Nyberg und Anna- Maja Nyleneinen gediegenen Sammelband vorlegt, dann ist damit eine Art von Handbuchgeschaffen, das sicherlich den heutigen Bearbeitungsstand spiegelt. Man kannwohl auch von einem Lehrbuch sprechen, denn die einzelnen Abschnitte sind mitinstruktiven Abbildungen und jeweils einem nicht zu knappen Literaturverzeichnisversehen, nicht aber mit Anmerkungen.

Im wesentlichen handelt es sich um die vorindustrielle Sachkultur, wie sienun einmal ein Kernstück jeder Volkskunde darstellt. Für uns klingt infolge derSchule Arthur Haberlandts und ihren Weiterformungen durch Bruno Schier usw.vieles besonders bekannt, und tatsächlich lassen sich manche Gebiete ganz parallelin den Alpenländern nachweisen. Freilich sind bestimmte Gebiete, etwa der Fisch-fang, oder auch Tierfang und Jagd, einigermaßen anders gelagert. Aber sonstüberlegt man doch bei den Kapiteln von der ländlichen Arbeit an sich bis zumHauswesen, zum Textil- und Trachtenwesen vielfach die Entsprechungen hier-zulande, selbst bis zu den Flodermühlen, die sich etwa in Kärnten erhalten haben.Und in nicht wenigen Fällen erinnert man sich vielleicht auch, was an derartigenGeräten in den letzten Jahrzehnten bei uns eingehender gesammelt und bearbeitetwurde: etwa Heubogen( 57), Kurzstielsense( 58), Randbeschlagener Spaten( 99),Säekorb( 104), Säeschaff( 131) oder Ringstab( 119). Daß bei keinem dieserStücke auf die entsprechenden Veröffentlichungen außerhalb von Schweden undFinnland hingewiesen wird, ist offenbar beabsichtigt.

Man wird dennoch das inhaltsreiche Buch gern zu Vergleichszwecken auchbei uns heranziehen. Und bei genauer Betrachtung der guten Randskizzen unterden verschiedenen Stühlen schließlich( 337) auch einen, Wienerstol finden: Esist ein Thonetsessel aus der Zeit um 1890, das geläufigste Kaffeehausmöbel vondamals, und hier nunmehr auch zu schwedisch- volkskundlichen Ehren gekommen.

Leopold Schmidt

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