Der reiche Bildteil ist im wesentlichen historisch gegliedert, wobei die großeZahl der Kachelöfen des 18. Jahrhunderts, wie sie nicht zuletzt in Schlössernverwendet wurden, beeindruckt. Die schönen Aufnahmen versöhnen bis zu einemgewissen Grad damit, daß auch bei diesem Callwey- Band jeweils zuviele Bilder aufzwei aufgeschlagenen Seiten stehen, und so mancher gute Ofen durch die Heftungmittenentzweigeschnitten erscheint. Im ganzen jedenfalls ein repräsentatives,schönes Werk über einen wichtigen Gegenstand des alten Kunsthandwerkes.
Leopold Schmidt
Agnes Geijer, A History of Textile Art. XII und 420 Seiten, 111 Text-Abb., 4 Farbtafeln und 203 Schwarzweißabb. London 1979, Sotheby ParkeBernet Publications.$ 30,-.
Dieses Handbuch der großen schwedischen Textilforscherin Agnes Geijer istschon einmal in schwedischer Sprache unter dem Titel„ Ur TextilkonstensHistoria" erschienen. Die vorliegende englische Ausgabe stellt eine überarbeiteteÜbersetzung dar. Das Buch erschließt in 16 Kapiteln die Welt der Textilien, dienahezu in allen ihren Erscheinungsformen Beziehungen zur Volkskunst aufweisen.Ein knappes Einleitungkapitel beschäftigt sich mit der Gewinnung des Fadens,nicht nur vom Flachs, sondern auch von Seide und Gold. Ausführlich das 2. Kap.mit der Darstellung der Webegeräte von den prähistorischen Anfängen an. Danndas 3. Kap. mit der Darstellung der Webetechniken, wobei die vielen instruktivenZeichnungen sehr hilfreich sind. Das 4. Kap. erschließt die Entwicklung der Web-stuhltechnik. Dann folgt 5. die individuelle Gestaltung der Gewebe und 6. derVormarsch der mechanischen Mustergestaltungen, bis zum Jacquard- Stuhl. Im7. Kapitel wird die Seidenweberei in Asien behandelt, die für die späteren Muster-gestaltungen auch in anderen Grundstoffen sehr wesentlich war. Die Verbindungnach Byzanz und weiters zum Islam ist hier von größter Wichtigkeit. Das 8. Kapi-tel behandelt die Seidenweberei in Europa, ausgehend von Italien, dann diejüngere Gestaltung in Frankreich. Das besondere Kapitel 9 erläutert den Weg derSeidenweberei in Skandinavien. Mit Kap. 10 geht Frau Geijer auf Leinendamastund Verwandtes über, mit Hinweis auf die Bedeutung dieser Gewebeherstellung inden Niederlanden und in Deutschland. Das 11. Kap. führt zu den Knüpftechniken,die für Europa doch zu lange übersehen wurden. Dann führt Kap. 12 zum Färbenund zum Bedrucken von Textilien, wobei der jüngere Handdruck in Europa wohlzu kurz bedacht erscheint.
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Kap. 13 weist auf verschiedene textile Techniken hin, die Bandweberei wiedie Brettchenweberei, womit wir uns wieder auf auch museal- besser bezeug-tem Gebiet befinden. Dazu gibt Kap. 14 einen Überblick über den Textilhandelmit dem Orient Glossar ::: zum Glossareintrag Orient, wobei der Rolle der Wikinger in Rußland gedacht wird. Kap. 15behandelt ausführlich die Textilbearbeitung in den skandinavischen Ländern, einin Schweden und Norwegen längst sehr intensiv behandeltes Thema. Kap. 16schließlich behandelt konservatorische Fragen der Textilienaufbewahrung.
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