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nauer beschreiben lassen. Claus Rieẞner geht der von Gregor dem Großenüberlieferten Sage von der Gerechtigkeit Trajans nach( ,, Die Geschichte von KaiserTrajan und der Witwe in der Romsage, Volkserzählung und Dichtung“, S.151-160); Belege für ein kräftiges mündliches Weiterleben kann er freilich nichtvorbringen. In ,, Die Legende, Nuestra Senyora de la Porta' auf Mallorca“( S.104-109) behandelt Gabriel Llompart das Wallfahrtsmirakel der„, Virgen delMilagro“ von Palma: Die Bildfrevel- Legende läßt sich ins 15. Jahrhundert zurück-verfolgen. Max Lüthi interpretiert„ Ein französisches Tiermärchen"( S. 110-118), nämlich das vom Adler, der den von einem Festessen träumendenFuchs zur Erde stürzen läßt( Delarue- Tenèze 3, 1976, 218-219), nach Kriterien desRedens und Schweigens. Von Arnaldo Saraiva haben wir eine„ Struktur-analyse einer portugiesischen Volkserzählung:, Joao Soldado que Meteu o Diabo noSaco( S. 171-183), die zu dem Ergebnis kommt, daß dieser furchtlose Soldat, derden Teufel in den Sack steckt, dem portugiesischen Volk( Jahrmarksdrucke des Mär-chens werden noch heute massenhaft gekauft) als Sinnbild revolutionärer Kraftdient. Reinhold Werner untersucht schließlich„ Nichtspanische Sprachele-mente magischer Formeln in volkstümlicher kolumbianischer Literatur"( S. 194-207).
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Insgesamt: eine weitgehend themen- kompakte Festschrift, die den Theoretikerebenso befriedigen kann wie den Materialsammler. Zu danken ist sicher nicht nurden Autoren, sondern auch den Übersetzerinnen der romanischen Originalbeiträge.Und wer noch mehr Aufsätze zu F. Karlingers Sechzigstem lesen möchte, der sei aufden letzten Band der„, Berichte im Auftrag der Internationalen Arbeitsgemeinschaftfür Forschung zum romanischen Volksbuch" verwiesen: Er ist„, Felix Karlinger zum17. 3. 1980" gewidmet, herausgegeben von Dieter Messner und Angela Birner,Seekirchen 1980. Hier findet sich auch( S. 185-196) der„, Sachindex" zur oben-erwähnten Karlinger- Bibliographie.
Rudolf Schenda
Elfriede
Barock-
Baum, Katalog des Österreichischenmuseums im Unteren Belvedere in Wien(= ÖsterreichischeGalerie, Wien. Kataloge. Bd. II/ 1 und 2) 2 Bde. zusammen 800 Seiten, davon508 Seiten Schwarzweißabb., 48 Farbtafeln, 1 Falttafel. Wien- München1980, Verlag Herold. S 400,-.
Vor einigen Jahren, 1971, ist der Katalog des Museums mittelalterlicher Kunstim Verbande der Österreichischen Galerie erschienen. Er war ebenso von ElfriedeBaum bearbeitet wie der vorliegende, zweibändige Katalog des berühmten,besonders hochstehenden Barockmuseums dieser Galerie, die alle Teile desPrinz- Eugen- Schlosses am Rennweg erfüllt.
Das Barockmuseum wird vermutlich von vielen Besuchern als Kernstück derÖsterreichischen Galerie empfunden. Obwohl man selbstverständlich weiß, daßso manches österreichische Schloß, so manches große Ordensstift barockeKunstschätze von vielleicht ebenso hoher Qualität wie die Galerie besitzen, ist die
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