Gemeinde im Wandel. Volkskundliche Gemeindestudien in Europa. Beiträge des21. Deutschen Volkskundekongresses in Braunschweig( 5.- 9. Sept. 1977).Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, hg. GünterWiegelmann(= Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland,Bd. 13) 215 Seiten. Münster in Westfalen 1979, f. Coppenrath Verlag.
Sammelbände von Kongreßvorträgen lassen sich nicht besprechen. Aber an-zeigen sollte man sie doch, da sie wie in diesem Falle zeigen, womit sich mindestensein Teil der akademischen Fachvertreter beschäftigt, beziehungsweise seine Studen-ten zur Beschäftigung anhält.
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, Gemeindestudien“ gehören an sich der Soziologie an, sie standen dort einezeitlang in Mode. Von der Volkskunde sind Ortsmonographien schon viel frühergeschaffen worden, und werden heute oder hinsichtlich der BraunschweigerTagung müßte man wohl sagen: gestern gern übersehen, womöglich nach derPolitik ihrer Entstehungsjahre eingeordnet und beurteilt. Sie haben aber doch, vorallem die Monographien der Schwietering- Schule, beachtliche Wirkung gehabt, undsind fachlich sicherlich bei weitem wichtiger gewesen als die in diesem Band so auf-fallend oft zitierten„ Arbeitslosen von Marienthal“ von Marie Lazarsfeld- Jahoda,die nicht, wie man nach diesen Zitaten annehmen müßte, 1974, sondern schon 1933erschienen sind, also unter weiß Gott anderen Zeitumständen.
Ein guter Teil traditionsreicher Volkskunde wird von Támás Hofer mitseinen ,, Gegenständen in dörflichem und städtischem Milieu" vertreten. Einzel-arbeiten leisten Ruth E. Mohrmann für„, Wandel und soziale Unterschiedeim ländlichen Wohninventar des 19. Jahrhunderts" am Beispiel von Greene beiBraunschweig, und Bärbel Kerkhoff- Hader, mit ihren„ SoziokulturellenAusprägungen in Gewerbedörfern der Südwesteifel". Wichtig sind die Überblicks-artikel: Károly Gaál berichtet über ,, Stand und Aufgaben der Gemeindestudienin Österreich", wie sie von seinem Institut in Wien aus durchgeführt wurden, undGünter Wiegelmann berichtet ungemein gediegen über„ Gemeindestudien inDeutschland", eine auch wissenschaftsgeschichtlich wichtige Arbeit.
Wilhelm Abel, Geschichte der deutschen
vom
Leopold Schmidt
Landwirtschaft
frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert(= Deutsche Agrargeschichte, Bd. II) 370 Seiten mit 16 Bildtafeln, 43 Abb.und 38 Tabellen. Stuttgart 1978, Verlag Eugen Ulmer. DM 88,-.
Der um die Geschichte der deutschen Landwirtschaft hochverdiente Verfasserist 75 Jahre alt geworden, und erfreulicherweise konnte sein vielgelesenes Haupt-werk nunmehr in der 3. Auflage vorgelegt werden. Das gut benutzbare Buch, dasauch für die Arbeitsgeräteforschung von Bedeutung ist, erscheint einerseits etwasgestrafft, anderseits durch den Ausgriff auf neuere Veröffentlichungen einigermaßenbereichert, auch hinsichtlich der guten Abbildungen. Gewisse Kapitel sind mar-kanter herausgearbeitet, so der Landesausbau im Hochmittelalter, bei uns besondersvon den Klöstern aus deutlich erkennbar, dann der Rückgang im Spätmittelalter, der
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