Literatur der Volkskunde
Michael Martischnig( Hrsg.), Sammeln und Sichten, Beiträge zurSachvolkskunde. Festschrift für Franz Maresch zum 75. Geburts-tag. Wien 1979. Verlag des Verbandes der Wissenschaftlichen GesellschaftenÖsterreichs. 447 S., 1 Portrait, 617 Abb., 40 Pläne und 6 Karten( teilw. auf24 Taf.), 1 Tab., Bibliogr., Subskription bis 31. 7. 1980: S 535,-( Mitgliederwiss. Gesellsch. S 400,-), danach: S 700,-( S 525,-).
Die in Umfang und Inhalt außerordentlich stattliche Festschrift ist einem hoch-gewachsenen, immer freundlichen, älteren Herrn gewidmet, der als internationalhoch angesehener Elektroingenieur erst in reiferem Alter, sozusagen auf dem zwei-ten Weg, zur Volkskunde und innerhalb dieser wiederum zur Ergologie gefundenhat, in den letzten dreißig Jahren in Niederösterreich ein Privatmuseum bäuerlicherund handwerklicher Arbeitsgeräte aufgebaut hat und seit acht Jahren Herausgeberder ,, Beiträge zur Sachvolkskunde"( Mitteilungsblatt des Arbeitskreises derBetreuer volkskundlicher Sammlungen im Niederösterreichischen Bildungs- undHeimatwerk), einer dem Sachvolkskundler im deutschsprachigen Raum inzwischenunentbehrlich gewordenen Monatsschrift, ist: Prof. Franz Maresch. Die von MichaelMartischnig mit geradezu unternehmerischem Mut auf eigenes Risiko heraus-gegebene Festschrift vereint nicht weniger als 34 Gratulanten mit ihrenausschließlich sachvolkskundlich orientierten Beiträgen, die fast verschwenderischbebildert sind. Klaus Beit würdigt Leben und Leistung( S. 8-12),Michael Martischnig stellt die Bibliographie des Jubilars von 1936 bis1979, nicht weniger als 375 Titel( ohne die zahlreichen Kurzberichte intechnischen und volkskundlichen Zeitschriften) zusammen( S. 13-26).
Die Fachbeiträge umfassen mehrere Bereiche der materiellen Volkskultur.Mit Haus und Hof beschäftigen sich fünf Aufsätze. Gunter Dimt unter-sucht in seinem Beitrag„ Rezente Altformen des bäuerlichen Wohnhauses imOberen Pielachtal“( S. 61-77; 14 Abb.). Mischzonen der Hauslandschaften imnieder- und oberösterreichischen Voralpenland. Trotz der hervorragenden Arbei-ten von Rudolf Hoferer und Torsten Gebhard sind solche Mischzonen in Ober-bayern, z. B. der Übergang vom schwäbisch- bayerischen Mittertennhaus zumbayerisch- tirolisch- salzburgischen Einhaus mit der Sonderform des firstgedrehtenMittertennhauses zwischen Lech und Loisach, nur spärlich( von Wilhelm Neu)
188