Martin Weingast
Ein gesuchter Volksmedizinerdes Weinviertels im 19. Jahrhundert
Von Franz Stubenvoll
Neben anderen Trägern der angewandten Volksmedizin wie He-bammen, Viehhirten, Einsiedler u. a. hatten auch die Wasenmeister zudiesem Wissen und Können eine Neigung und Eignung. Auf Grundeiner Erhebung der steirischen Landesregierung zwischen 1800 und1850 über Afterärzte, Bauerndoktoren u. ä. berichtete der BezirkEibiswald: ,, Abdecker ist keiner im Bezirk." 1860 zählte man in derSteiermark 56 Männer und 21 Frauen als ,, Afterärzte“ von Profession.Wenn sich der Waldviertler Räuber Grasel verletzte, ließ er sich vomSchinder von Drosendorf kurieren.¹)
Im niederösterreichischen Dorf Poysbrunn( GB Poysdorf) gab eseinen ähnlichen, interessanten Fall, über den sich durch gutes Glückeinige Akten erhalten haben. Schon der Wasenmeister Jakob Heilig²)betätigte sich in der Volksmedizin. Darüber haben wir nur eine einzigeNachricht: Die 1776 † Magdalena Horak schuldete ihm ,, für eine Cur"
¹) Maria Kundegraber, Bauerndoktor und Volksmedizin( Ausstellungska-talog Nr. 3) Stainz/ Graz 1977. S. 6.
2) Jakob Heilig, Wasenmeister in Groß- Schützen( Veleky Levary) in der Slo-wakei, kaufte 1741 die Wasenmeisterei in Poysbrunn und starb dort 1780( NÖLA,Kreisgerichtsarchiv Stockerau Nr. 136, Bd. 13, fol. 181 f., und Bd. 23, fol. 309 f.;Bd. 31, fol. 184 ff.).
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