Der Küchenabfallhaufen
beim Gasthof Jodlbichl
in Jochberg, pol. Bez. Kitzbühel, Tirol
Ein weiteres Beispiel Tiroler Gasthaus- Archäologie
Von Richard Pittioni
1. Fundgeschichte und Fundort
Vor Beginn der Gründungsversammlung des„ Bergbau- und Hei-matmuseum- Vereins“- Jochberg am 8. September 1977 machte michHerr Peter Aufschnaiter, Besitzer des Gasthofes ,, Jodlbichl“ in Joch-berg, darauf aufmerksam, daß ein von ihm beschäftigter Arbeiter beimAbtragen einer Erdansammlung vor den Fenstern der Gasthauskücheeinige keramische Bruchstücke und Glasreste gefunden habe. Eineflüchtige Durchsicht dieses Fundbestandes ließ Schwarzhafnerei undKröninger glasierte Ware erkennen. Es war daher angezeigt, diesenAbfallhaufen so bald als möglich abzubauen. Dies geschah am Vormit-tag des darauf folgenden Sonntags( 9. September 1977) unter tatkräf-tiger Mitarbeit der Herren Ing. Sepp Krimbacher- Kitzbühel, GeorgJöchl und Peter Egger- beide Jochberg( Abb. 1). Bei dieser Gelegen-heit konnte ein umfangreicher Bestand an keramischen Resten gebor-gen werden, den G. Jöchl vorläufig für eine erste Durchsicht bei sichaufbewahrte. Eine Bearbeitung konnte aber erst im Sommer 1978 be-gonnen werden, wobei vor allem Augenmerk darauf gelenkt wurde, obund inwieweit aus dem Scherbenmaterial noch etwas zusammengesetztund auch ergänzt werden könne. Nachdem der Bestand an kleinenScherben ausgeschieden war, zeigte es sich, daß eine nähere Bearbei-
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