Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Feenmärchen zu unterrichten wünscht, muß Contes des fées" nachschlagen.Manche zusammenfassende Artikel wie, Dämon von Lutz Röhrich unterrichtenwirklich vielseitig, aber man muß noch ,, Dämonologie" von Christoph Daxelmüllerdazulesen, und wird doch nicht ganz das finden, was etwa die Mythologische Schuledarunter verstanden hat. Daß man das Märchenhafte in anderen Literaturgattungenaufzusuchen bestrebt ist, erscheint begreiflich. Aber, Commedia dell'Arte vonWolfram Krömer gibt vielleicht nicht ganz das, was man erwartet, und die manchen-orts so geschätzten ,, Comics, bearbeitet von Rolf Wilh. Brednich, werden nichtjeden Erzählforscher erfreuen. Bei so manchem Artikel schwankt man eben hier wieschon in den vorhergehenden Bänden, ob er wirklich notwendig war. Aber Heraus-geber und Redaktion haben sich zweifellos gut überlegt, was gesucht wird und wasgeboten werden kann, und dann eigentlich immer mehr erarbeiten lassen, alsvielleicht zunächst zu erwarten war. Die Gesamtleistung bleibt bewundernswert.

Leopold Schmidt

Lexikon des Mittelalters. Bd. I, Lieferungen 6 und 7( Spalten 1025-1472).München und Zürich 1979/80, Artemis- Verlag.

Das großangelegte Lexikon des Mittelalters" wächst verhältnismäßig raschweiter. Die beiden letzten Lieferungen zeigen viele Fortschritte auf, die Aufnahmevon größeren Überblicksartikeln( Balearen, Bamberg), berührt ebenso angenehmwie jene zahlreicher Personen- und Sachartikel. Geschichte, Rechtsgeschichte,Kunstgeschichte erscheinen einigermaßen gleichmäßig beteiligt, Volkskunde istnicht stark vertreten. Von Stichwörtern, die uns im Fach interessieren könnten, seienwenigstens einige herausgegriffen: Artus, Artusrunden, Artushöfe( was länger seinkönnte), Asen( später einmal: Balder besonders), Astralgeister, Astrologie, Atz-mann( wohl zu kurz), Auerochs( auch nicht sehr ergiebig), dann Babenberger,Bäcker, Backstein( nicht aber der am Pranger hangende Bagstein), Bad, Bahre,Bahrprobe, ferner John Ball, Ballade( mit nicht weniger als 7 Autoren), Ballspiele,Bann und Bannbeschwörung. Man merkt, auf welchen Gebieten mehr gearbeitetwurde, und wird finden, daß nicht jeder Autor auch die volkskundliche Literatur zuseinem Thema gelesen hat. Aber das geht sicherlich auch umgekehrt so und kanndem wertvollen Lexikon- Unternehmen nicht speziell angekreidet werden. SeinFortschritt ist durchaus zu begrüßen.

Leopold Schmidt

Ethnographica et Folkloristica Carpathica. Bd. I. Hg. Zoltán Ujváry(= Mü-veltség és Hagyomány, Bd. XIX), 196 S., mit Abb. und Karten im Text.Debrecen 1979, Kossuth Lajos Tudományegyetem.

Die ungarische Volkskunde ist vielseitig. Ihre oft sehr bedeutenden Leistungenkönnen leider immer nur zum Teil gewürdigt werden, weil eben Ungarisch nicht zuden geläufigen Sprachen gehört. Diesem Mangel helfen die ungarischen Kollegenseit Jahren gern dadurch ab, daß sie wichtige Arbeiten in den geläufigeren Sprachen,

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