protestantische Grafschaft Ortenburg, die einzige evangelische Enklave in Alt-bayern, ausgewandert und haben ihren ornamentalen Möbelstil mitgebracht( Abb.147 und 184, und dazu der Text S. 21). Die Tischler der Familie Koller( Hans GeorgKoller, 1665-1772) haben also auch für uns nun Profil gewonnen, die alten Rätselum die Eferdinger Möbel scheinen sich nunmehr lösen zu lassen.
Eine bemerkenswerte Bereicherung der volkskundlichen Möbelforschung also,der wir nachbarlich zu Dank verpflichtet sind.
Leopold Schmidt
Jahrbuch für Volksliedforschung. Gesamtregister zu den Jahrgängen 1 bis 20. 1928bis 1975. Im Auftrag des Deutschen Volksliedarchives herausgegeben vonRolf Wilhelm Brednich. 164 Seiten, Berlin 1979, Erich- Schmidt-Verlag. DM 43,-.
Das hochangesehene Jahrbuch für Volksliedforschung, inzwischen schon beim25. Band angelangt, hat nunmehr einen eigenen Registerband über seine erstenzwanzig Bände erhalten. Registerbände sind immer gut, wir wissen es von demnützlichen Band, den Gerlinde Haid und Walter Deutsch für unser Jahrbuch desÖsterreichischen Volksliedwerkes 1969 erstellt haben. Man tut sich schon leichter,besonders auf einem Gebiet, auf dem es immer soviele Einzelprobleme gibt, vorallem einzelne Lieder, die nun auch in diesem Registerband durch ein sehr umfang-reiches Verzeichnis der Liedanfänge erschlossen sind. Es sind kapitelweiseaufgearbeitet: Aufsätze und Berichte, Rezensionen, Melodien( bearbeitet vonHartmut Braun), Abbildungen, Liedanfänge, schließlich Namen und Stichworte.Bei den ,, Namen" hätte man vielleicht unserem Brauch folgend die Ortsnameneigens anführen sollen, sie sind von den verschiedensten Standpunkten aus immerbesonders wichtig, man kann ihr Register am ehesten auch mit Ortskartothekenanderer Gebiete konfrontieren. Aber sonst handelt es sich selbstverständlich umeinen sehr guten Registerband, für den man dankbar bleiben wird.
Leopold Schmidt
Waltraud Werner- Künzig( Hrsg.), Die Traditionsblätter und Perio-dica im Institut für ostdeutsche Volkskunde. Teil I undTeil II, 2 Bände( als Manuskript gedruckt; nicht paginiert). Freiburg 1979( zubeziehen durch das Institut für ostdeutsche Volkskunde, D- 78 Freiburg i. B.-Littenweiler, Im Oberfeld 10, BRD).
Die Frage der Erinnerungs- und der Erlebnisliteratur, insgesamt derDokumentation des Schicksals der Heimatvertriebenen, Ausgewanderten, Rück-siedler wie die deutschsprachigen Menschen von außerhalb des geschlossenendeutschen Sprachgebietes benannt und bezeichnet werden mögen, ist heute in einebesondere Krise verfallen. Die heute voll ,, aktive" Generation ist nicht mehr dortin der Heimat im Ausland geboren, tendiert kaum zurück, fühlt sich in der neuenHeimat, zumeist in der Bundesrepublik Deutschland, integriert. Dennoch sollte, ja
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