festgehalten. Ein Verzeichnis der wichtigsten Literatur vermag ihn weiter anzu-regen. Für den Katalogbenützer ist ein beigegebenes Ortsregister, das sich freilichnur auf die abgebildeten Gegenstände bezieht, von besonderem Wert.
Leopold Schmidt
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Fritz Meingast, Marienwallfahrten in Bayern und Österreich.München: Ehrenwirth- Verlag 1979. 268 S. mit 33 Schwarzweiß- und 6 Farb-abbildungen( davon 20 auf Tafeln), 1 Kartenskizze. Leinen. DM 29,80.
Bereits 1959( fotomechanischer Nachdruck 1975) legte der SüddeutscheVerlag in seiner Reihe ,, Unbekanntes Bayern" ein inhaltlich vorzüglich gestaltetes,kleines, schlichtes Taschenbuch vor, das nach einer gleichnamigen Sendereihe desBayerischen Rundfunks 36,, Wallfahrtskirchen und Gnadenstätten"( so auch derTitel) behandelt. Nicht weniger als 16 kompetente Autoren wie Josef Dünninger,Dorothee Kiesselbach, Herbert Schindler und Josef Pfennigmann mühten sich, injeweils kurzen Zügen eine oder wenige ihnen vertraute bayerische Kultstättenvorzustellen.
Jetzt liegt uns wiederum eine Sendung des Bayerischen Rundkfunks aus derReihe ,, Maria hat viele Gesichter"( in Auswahl) im Buch vor, in der Fritz Meingast25 bayerische und österreichische Marienwallfahrten beschreibt, davon 22 allein ausBayern und nur drei(!) aus Österreich( Maria Schmolln, Maria Taferl, Mariazell).Die Wahl der behandelten Orte fiel in Oberbayern auf Altötting, Tuntenhausen,Andechs, Maria Eck und München. Wo bleiben hier beispielsweise Dorfen, daslange Zeit mit dem wesentlich älteren Altötting konkurriert und das es allein inOberbayern auf 17 Filiationen gebracht hat, und Taxa, die Wirkungsstätte desBarockpredigers Abraham a Sancta Clara, das zeitweilig die größte WallfahrtBayerns war? Niederbayern ist mit fünf( Bogenberg, Schildthurn, Halbmeile,Sammarei, Angerbach), die Oberpfalz mit drei( Freystadt, Amberg, Fahrenberg),Franken, mit seinen drei Regierungsbezirken über einen Kamm geschoren, wiedermit fünf( Marienweiher, Maria Buchen, Maria im Weingarten, Maria im Sand,Käppele) und schließlich Schwaben mit vier Marienwallfahrten( Maria Trost, MariaRain, Maria in den Eldern, Klosterlechfeld) vertreten.
Nun, alle die aufgeführten Wallfahrtsorte sind wichtig und haben natürlichihren Platz in einer mehr oder weniger lokalen oder regionalen Sakrallandschaft.Doch die Auswahl ist willkürlich. Warum fehlen die großen geistig- religiösenZentren bayerischer Marienverehrung wie Ingolstadt( Mater ter admirabilis,Schuttermutter, Maria vom Siege), Passau( Mariahilf), Regensburg( Schöne Maria),vor allem aber München, das nicht nur wegen seiner vielen Kirchen, sondern auchim Hinblick auf seinen ausgeprägten Marienkult das deutsche Rom genannt wurde,im vorliegenden Buch aber nur mit der Mariensäule zu Wort kommt? Allein das17. Jh. schuf in und außerhalb seiner Mauern mindestens 17 marianische Wallfahrts-und Gnadenbilder, nämlich: 1600 Maria Trost( Augustinerkirche), 1604 Materpropitia( Jesuitenkolleg), 1612 Vesperbild( Gruftkirche), 1642 Hammerthaler Mut-tergottes( Augustinerkirche), 1626 Maria Lorteo( St. Michael- Berg am Laim),
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