Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Anläßlich der Ausstellung ,, Bemalte Bauernhäuser im Innviertel" in unseremMuseum war auch des Malers Hugo von Preen zu gedenken( vgl. Franz Gries-hofer, ÖZV XXXIII/ 82, 1979, S. 304 ff.). Ungefähr gleichzeitig fand in Braunaueine Ausstellung zum 125. Geburtstag des Malers statt, von der uns erst verspätetein schöner Katalog erreichte. Die Ausstellung zeigte von Preen als Maler undGraphiker, betonte aber auch seine hohen Verdienste als Prähistoriker undschließlich als Volkskundler. Josef Reitinger vom Oberösterreichischen Landes-museum hat die entsprechenden verbindenden Texte zwischen den einzelnenBildteilen des Kataloges verfaßt, wodurch neben den Verdiensten von Preens umdie Osternberger Künstlergilde besonders seine Leistungen um die Ausgrabungenim Innviertel gewürdigt werden. Aber im letzten Abschnitt werden doch auchdie Verbindungen von Preens zunächst zu Marie Andree- Eysn und später durchdiese zu Rudolf Kriss geschildert. Manches stammt wohl aus Aufzeichnungen vonPreens und diese dürften nicht immer recht lesbar gewesen sein, wodurch sicheinige Druckfehler wie Haberland" statt Haberlandt oder Sökelund" stattSökeland ergaben. Man hätte da wohl auch noch weiter ausgreifen und die ent-sprechende Literatur besser heranziehen, oder wenigstens verzeichnen können.Auch die Bebilderung des Romanes, Freiheit und Bindung" von Rudolf Krissdurch von Preen( Wien 1937) wäre da erwähnenswert gewesen. Dessen unge-achtet bleibt der reich bebilderte Katalog ein schönes Denkmal für den sonst javon der Kunstgeschichte offenbar vergessenen Osternberger Maler.

Leopold Schmidt

Rudolf Suppan, Geschnitzte Pracht aus alten Zeiten. SteirischeLebzeltmodel. Mit einer Anleitung zum Werkunterricht. Graz 1979,Verlag für Sammler. 75 Seiten, 8 Farb- und 110 Schwarzweißtafeln. S 280,-.Die Steiermark ist auf dem Gebiet der Lebzeltenmodel publizistischeigentlich gut ausgestattet. Schon Viktor Theiß hat die Stücke des GrazerMuseums veröffentlicht, und Sepp Walter hat sich mehrfach, auch in Ausstellun-gen und den entsprechenden Katalogen, damit beschäftigt. Für das Ennstal hatKarl Haiding viel Neues erbringen können. Nun haben wir eine volkstümlicheDarstellung des Gebietes vorliegen, mit einer auf den genannten Vorarbeitenberuhenden Einleitung, einer Anleitung zum Werkunterricht und einem rechtumfangreichen Tafelteil. Während die Einleitung nicht sehr viel Neues bringt unddie reiche Lebzelten- Literatur nur teilweise ausschöpft, bietet der Tafelteil dochschönes Material, zum Teil aus Privatsammlungen. Das Element der Herstellungwird da wie dort betont, das Buch bringt ja die steirischen Lebzelter- Meister-zeichen sowie eine Liste von nicht weniger als 163 Meisternamen, und auf denAbbildungen sind die Meistersignaturen oft auch deutlich zu erkennen. Im Textist ein knappes Kapitel auch den Darstellungen, den, Symbolen" gewidmet, imTafelteil kann man sich die Beispiele dafür suchen. Es gibt da alle geläufigenweltlichen und geistlichen Motive, Madonnen von Mariazell wie von Weizbergund von Maria Trost und sogar von Straßengel. Von den weltlichen Motivenfallen neben den geläufigen Zeilen- Wickelkindern die Krampus- Fatschenpuppen

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