Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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4. Die alte Oberinntaler Weihnachtskrippe. Geist und Schicksal einer unter-gegangenen Volkskultur(= Schlern- Schriften, Bd. 221), Innsbruck 1962. 132Seiten, 12 Bildtafeln.

5. Aus dem Sagenbereich von Nassereith(= Schlern- Schriften, Bd. 223),Innsbruck 1964. 165 Seiten, 1 Bildtafel.

6. Vorchristliche Kultrelikte im oberen Inntal(= Schlern- Schriften, Bd. 247),Innsbruck 1967. 210 Seiten, VIII Bildtafeln.

Leopold Schmidt

Literatur der Volkskunde

Klaus Gottschall, Dokumente zum Wandel im religiösen LebenWiens während des Josephinismus.( Veröffentlichungen desInstituts für Volkskunde der Universität Wien, hrsg. v. K. Gaál, Bd. 7),Wien 1979. Brosch., 319 Seiten.

Die vorliegende Dissertation der Universität Wien, approbiert 1974, für dieDruckfassung 1979 umgearbeitet, stützt sich im wesentlichen auf Archivforschun-gen zur neueren Geschichte Wiens und der geistigen Strömungen von dort aus inder Donaumonarchie von der Mitte des 18. Jh. bis zur ,, neuen Freiheit von 1850.Sie bringt eine erstaunliche Fülle bisher weitgehend unbekannt gebliebenenMaterials zum kirchlichen wie zum laienfrommen religiösen Leben insbesondereWiens, aber in dessen Strahlbereich fast modellhaft vorgezeigt für die weitenWirkfelder des Josephinismus im damaligen Österreich der Nöte, Kriege, Refor-men, Erfolge und Mißhelligkeiten. Das ist ein erfreuliches Unterfangen und darfals geglücktes Unternehmen begrüßt werden. Sehr lange schon hatte man sichseitens der Volkskunde mit der historisch- geistesgeschichtlichen Situation derfrühen und der hohen Aufklärung befaßt, das Phänomen ,, Josephinismus aber-mit rühmlichen Ausnahmen! eher vom Geschichtlich- Politischen aus zu beur-teilen unternommen. Man hatte sich m. E. auch von unseren Blickpunkten herauf die schon von Anfang an in manchem umstrittenen Darstellungen desHistorikers Eduard Winter( Der Josephinismus und seine Geschichte; Beiträgezur Geistesgeschichte Österreichs. 1740-1848, Brünn 1943; Barock, Absolutis-mus und Aufklärung in der Donaumonarchie, Wien 1967) eingestellt, danebenden anderen Ansatz etwa bei Fritz Valjavec( Der Josephinismus. Zur geistigenEntwicklung Österreichs im 18. und 19. Jh., Brünn 1944) oder bei FerdinandMaass, Der Frühjosephinismus, Wien 1969 oder Der Josephinismus, Quellen zuseiner Geschichte in Österreich 1760-1790, Wien 1951, Dokumentensammlungin fünf Bänden!) fast vergessen. Vor allem hatte man dabei das unterschwelligVorhandene, beiläufig Erscheinende, anscheinend minder bewertet. Man hattevor allem nicht immer zwischen Reform, behördlicher Anordnung, Verkündi-gungsdauer und äußerlicher Vollzugsmeldung sowie innerlicher Rezeptionsinten-sität oder auch wieder, Erfolgs"-Dauer innerhalb der offiziellen, zumal der kirch-lichen betroffenen Stellen, ihrer enormen Reformwilligkeit und ihrer Durchset-zungskraft gegenüber stark gebliebenen Kräften des Beharrens, auch des inneren

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